Patriarch Daniil antwortete auf Kritik am Besuch von Patriarch Bartholomäus

Patriarch Daniil und Patriarch Bartholomäus in der Kathedrale von Sofia. Foto: Bulgarisches Patriarchat
Am 25. Oktober 2026 ging Patriarch Daniil, das Oberhaupt der Bulgarisch-Orthodoxen Kirche, auf die Sorgen der Gläubigen über den gemeinsamen Gottesdienst mit Patriarch Bartholomäus von Konstantinopel im Rila-Kloster ein und erläuterte, warum die Bulgarische Kirche die kirchliche Gemeinschaft mit dem Phanar aufrechterhält. Darüber berichtet die bulgarische Redaktion der UOJ.
In seiner Ansprache an die Gläubigen nach der Liturgie betonte der Ersthierarch, die Entscheidung zur Einladung von Patriarch Bartholomäus habe der Heilige Synod der Bulgarisch-Orthodoxen Kirche getroffen, nicht er allein. Patriarch Daniil dankte den Gläubigen für ihre Aufrichtigkeit und unterstrich, wie wichtig ein offener Dialog über aufkommende Sorgen sei.
Das Oberhaupt der Bulgarischen Kirche erinnerte daran, dass niemand ohne eine konziliare Entscheidung der Kirche zum Häretiker erklärt werden könne. Als Beispiel nannte er die Mönche auf dem Heiligen Berg Athos, die die Orthodoxe Kirche der Ukraine (OKU) nicht anerkennen, aber mit Patriarch Bartholomäus die Liturgie feiern, ohne die eucharistische Gemeinschaft abzubrechen.
In der schwierigen Lage der Orthodoxen Kirche müsse man sich um Einheit bemühen, statt weitere Spaltungen hervorzurufen, erklärte er. Eine Reihe anderer orthodoxer Ortskirchen, darunter die Kirche von Jerusalem, vertrete eine ähnliche Position.
Der Patriarch verwies auf die Kirchengeschichte, die zeige, dass in bestimmten Phasen selbst mit Häretikern die Gemeinschaft aufrechterhalten worden sei und die Kirche erst nach langen Beratungen eine endgültige konziliare Entscheidung getroffen habe.
Das Oberhaupt der Bulgarischen Kirche betonte, kritische Veröffentlichungen in sozialen Netzwerken könnten eine konziliare Beratung nicht ersetzen. In der schwierigen Situation gelte es, nach Einheit zu streben und sowohl Extreme als auch einen „Eifer ohne Erkenntnis“ zu vermeiden.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass Patriarch Bartholomäus versichert hatte, er sei nach Bulgarien gekommen, um für die Einheit der Kirchen zu beten.
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