Menschenrechtler fordern Estland auf, Kirchenoberhaupt wieder einreisen zu lassen

Metropolit Eugen von Tallinn und ganz Estland. Foto: Vima Orthodoxias

Metropolit Eugen von Tallinn und ganz Estland. Foto: Vima Orthodoxias

Am 2. Oktober 2026 richtete die internationale Menschenrechtsorganisation Justice pour Tous Internationale (JPTi) einen offenen Brief an die Behörden in Estland mit dem Aufruf, die Beschränkungen aufzuheben und die Rückkehr von Metropolit Eugen von Tallinn und ganz Estland, dem Oberhaupt der Estnischen Orthodoxen Christlichen Kirche, zu ermöglichen. Darüber berichtet Život Crkve.

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Der Appell ging aus einem Treffen zu Religionsfreiheit und zum Schutz religiöser Minderheiten in Estland hervor, das am 30. September 2026 am Sitz der Vereinten Nationen in Genf stattfand. Zu den internationalen Persönlichkeiten, die das Dokument unterstützten, gehören der ehemalige EU-Sonderbeauftragte für Religionsfreiheit Ján Figeľ, der Präsident von CAP Liberté de Conscience, Thierry Valle, und der frühere UN-Beamte Hugues Noumbissie.

Die Menschenrechtler betonten, dass die Ausweisung des Kirchenoberhaupts der gesamten Gemeinschaft der Estnischen Orthodoxen Kirche schade, weil sie Gläubigen und Geistlichen die Möglichkeit nehme, ihr religiöses Leben frei zu gestalten. JPTi erklärte, der Staat habe das Recht, die nationale Sicherheit zu schützen. Die kanonische Verbindung einer Kirche zu einem kirchlichen Zentrum im Ausland könne jedoch für sich genommen kein Beweis für kriminelle Tätigkeit sein. Einschränkungen der Religionsfreiheit müssten ausschließlich auf konkreten Beweisen beruhen und den Grundsätzen der Rechtmäßigkeit und Verhältnismäßigkeit entsprechen.

Bei dem Treffen in Genf erklärte der frühere EU-Sonderbeauftragte Ján Figeľ zum Verhältnis von Kirche und staatlicher Macht, die Behörden dürften die Einhaltung der Gesetze verlangen. Sie hätten jedoch kein Recht, Gläubigen eine Kirchenzugehörigkeit aufzuzwingen, die dem Staat politisch genehm sei.

Die Menschenrechtsorganisation forderte die estnischen Behörden auf, einen direkten Dialog aufzunehmen, die Entscheidung über die Aufenthaltserlaubnis von Metropolit Eugen zu überprüfen und innerhalb von 21 Tagen schriftlich auf den Appell zu antworten.

Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass die Behörden mit der Auflösung der Estnischen Kirche nach sechs Monaten gedroht hatten.

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