Erzpriester Matthias Zierenberg: „Berufung ist die Veränderung unseres Lebens“

Erzpriester Matthias Zierenberg predigte am 11. Oktober 2026 in der deutschsprachigen serbisch-orthodoxen Gemeinde des heiligen Lubentius in Limburg-Dietkirchen über die Berufung der ersten Jünger Jesu. Foto: Screenshot YouTube
Erzpriester Matthias Zierenberg predigte am Sonntag, dem 11. Oktober 2026, in der deutschsprachigen serbisch-orthodoxen Gemeinde des heiligen Lubentius in Limburg-Dietkirchen über das Evangelium vom wunderbaren Fischzug des Petrus (Lk 5,1–11). Der Geistliche verdeutlichte, dass die Berufung durch Christus kein einmaliges Ereignis sei, sondern sich im Leben immer wieder erneuere. Der Glaube zeige sich darin, Gottes Ruf im Alltag zu folgen, sich in Demut und Bescheidenheit auf seine Aufgaben vorzubereiten und das eigene Leben so zu verändern, dass man anderen Menschen dienen und ihnen den Weg zur Erlösung weisen könne. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.
Erzpriester Matthias Zierenberg stellte die Apostel zunächst als Menschen dar, die wie alle anderen Zeit brauchten, um die Begegnung mit Christus zu verstehen und sich auf ihre Berufung einzustellen. Nach den ersten Begegnungen mit Jesus kehrten Petrus und Andreas zunächst zu ihrer gewohnten Arbeit als Fischer zurück. Diese Zeit sei keineswegs verlorene Zeit gewesen, sondern habe ihnen ermöglicht, das Erlebte zu verarbeiten und sich auf weitere Schritte vorzubereiten.
Der wunderbare Fischfang verdeutliche, dass die Jünger nicht allein auf ihre eigenen Fähigkeiten und Erfahrungen vertrauen sollten, sondern auf das Wort Christi. Obwohl es aus Sicht erfahrener Fischer unsinnig erschien, am Tag die Netze auszuwerfen, folgten sie seiner Anweisung und erlebten einen überwältigenden Fang. Entscheidend sei jedoch nicht der wirtschaftliche Erfolg gewesen: Die Jünger ließen Boote und Netze zurück, um Jesus nachzufolgen und künftig Menschen für das Evangelium zu gewinnen.
Der Erzpriester betonte in seiner Predigt, dass die Berufung kein Automatismus sei. Jeder Mensch müsse sich immer wieder neu entscheiden, Christus nachzufolgen und an sich zu arbeiten. Die Antwort auf einen Ruf Gottes bereite dabei den nächsten vor. Zwischen diesen Entscheidungen liege die Aufgabe, den Glauben im Alltag Wirklichkeit werden zu lassen – durch Fleiß, Demut, Bescheidenheit und die Bereitschaft, sich nicht an Besitz oder Gewohnheiten zu binden.
Abschließend verwies der Geistliche auf die Bedeutung der Wunder in der Heilsgeschichte: Gott habe durch außergewöhnliche Zeichen immer wieder seine Macht offenbart, bevor er den Menschen neue Aufgaben und seinen Bund anvertraut habe. Auch die Berufung der Apostel sei in diesem Zusammenhang zu verstehen. Sie sollten zunehmend erkennen, wer Christus ist und welche Möglichkeiten sich durch ihn eröffnen. Ziel dieser Nachfolge sei es, Menschen zu lieben und ihnen den Weg zur Erlösung zu eröffnen.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Patriarch Porfirije die Liturgie im Sava-Kloster in Australien leitete.
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