Neue Teufelsskulptur erinnert in Esslingen an mittelalterliche Sage

Der Künstler Tim Bengel hat auf dem Esslinger Rathausplatz eine mehr als 400 Kilogramm schwere Bronzeskulptur des „Zwiebelteufels“ enthüllt. Foto: Stadt Esslingen/Luna Kloess
Auf dem Esslinger Rathausplatz steht seit Sonntag eine neue Sehenswürdigkeit: Der Künstler Tim Bengel hat eine mehr als 400 Kilogramm schwere Bronzeskulptur eines Teufels mit einer Zwiebel in der Hand enthüllt. Mit dem Kunstwerk will Bengel eine mittelalterliche Sage der Stadt wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken, wie Regio TV Stuttgart am 5. Oktober 2026 berichtete.
Der Legende nach kam der Teufel als feiner Herr auf den Esslinger Markt, um einen Apfel zu kaufen. Eine clevere Marktfrau erkannte ihn jedoch und reichte ihm stattdessen eine Zwiebel. Daraufhin soll der Teufel nach Stuttgart geflohen sein. Eine kleine Darstellung des „Zwiebelteufels“ befindet sich bereits weit oben an der Esslinger Frauenkirche. Bengel wollte die Geschichte nun mit einer deutlich sichtbaren Skulptur zu den Menschen bringen.
Zur Enthüllung kamen Hunderte Besucher, die die Statue vor Ort überwiegend positiv aufnahmen. Einige erzählten, dass sie die Sage nun auch ihren Kindern weitergeben wollten. In den sozialen Netzwerken wird das Kunstwerk dagegen kontroverser diskutiert. Bengel sieht die kritischen Stimmen jedoch gelassen: Kunst dürfe Reibung erzeugen, und auch die „Bruddler“ trügen dazu bei, die Geschichte bekannt zu machen.
Auch Esslingens Oberbürgermeister Matthias Klopfer unterstützte die Idee von Beginn an. Die Skulptur soll ein Stück Esslinger Stadtidentität sichtbar machen und verhindern, dass die Geschichte von der Marktfrau und dem Teufel in Vergessenheit gerät. Klopfer sagte laut einer Pressemitteilung der Stadt weiter: „Und ich bin überzeugt, dass diese Skulptur ein neuer Blickfang in Esslingen wird, ein identitätsstiftendes Zeichen, das uns stets daran erinnert, dass wir Esslingerinnen und Esslinger uns nicht so leicht unterkriegen lassen.“
Die UOJ berichtete zuvor über Begegnung und Gemeinschaft im erneuerten serbisch-orthodoxen Kloster Himmelsthür.
Lesen Sie auch
Priester Konstantin Anikin warnte vor den Gefahren künstlicher Intelligenz
In seiner Predigt in Berlin erinnerte der Geistliche an die Bedeutung der deutschen Heiligen und rief besonders junge Christen zu einem festen Glauben auf.
Workshop „Kalligrafie in der Ikonenmalerei – 3“ findet in Hamburg statt
Die orthodoxe Jugendinitiative „Sretenie“ lädt in Hamburg zu einem weiteren Workshop zur Kalligraphie in der Ikonenkunst ein.
Bischof Hiob zu Besuch am Sitz der Russischen Auslandskirche in New York
Bischof Hiob von Stuttgart ist nach New York gereist. Dort arbeitet er unter anderem an einem neuen Film über die Synodalresidenz der ROKA und deren umfassende Renovierung.
Kasseler Organist verlor Kirchenamt wegen AfD-Mandat
Thomas Sosna darf nach einem Unvereinbarkeitsbeschluss nicht mehr in katholischen und evangelischen Kirchen spielen; er klagt vor dem Arbeitsgericht.
Neue Teufelsskulptur erinnert in Esslingen an mittelalterliche Sage
Künstler Tim Bengel bringt den „Zwiebelteufel“ als 400 Kilogramm schwere Bronzestatue auf den Rathausplatz.
Katholische Kirche in Schottland gegen Entkriminalisierung von Abtreibungen
Bischof John Keenan warnte vor der Forderung der schottischen Grünen, die bestehenden Beschränkungen für Schwangerschaftsabbrüche abzuschaffen.