Bischof Irenei betont die Bedeutung der Geduld für neue orthodoxe Christen

Bischof Irenei von London und Westeuropa spricht in einer geistlichen Betrachtung über Geduld, innere Ruhe und das Wachsen im neuen Leben in Christus. Foto: Screenshot YouTube

Bischof Irenei von London und Westeuropa von der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland (ROKA) hat in einer neuen geistlichen Betrachtung die Bedeutung der Geduld für neu getaufte und neu in die Kirche aufgenommene Christen thematisiert. Er betonte, dass der anfängliche Glaubenseifer durch innere Ruhe und Beständigkeit gefestigt werden müsse. Die Gläubigen sollten ihrem geistlichen Wachstum Zeit geben, anstatt ständig nach neuen Aufgaben und Herausforderungen zu suchen. Das Video wurde am 23. September 2026 in englischer Sprache auf dem YouTube-Kanal „Patristic Nectar“ veröffentlicht.

Mehr zum Thema Bischof Irenei warnt vor geistlichem Vergleich mit anderen

In seiner Betrachtung hob Bischof Irenei hervor, dass Menschen, die neu zum orthodoxen Glauben finden, häufig von großem Eifer erfüllt seien. Nach einer Zeit der Vorbereitung und der Aufnahme in die Kirche wollten sie möglichst viel tun und sich mit ganzer Kraft in das kirchliche Leben einbringen. Diese Begeisterung sei eine Gnade des Heiligen Geistes und ein Ausdruck der Freude über die Entdeckung des Glaubens. Zugleich bestehe jedoch die Gefahr, sich ständig nach neuen und größeren Aufgaben auszustrecken, ohne dem Herzen die notwendige Ruhe für das geistliche Wachstum zu lassen.

Geduld sei deshalb eine Tugend, die besonders bei neu getauften und neu in die Kirche aufgenommenen Christen sorgfältig eingeübt werden müsse. Während sich der Verstand bereits von der Wahrheit Christi überzeugen lasse und der Wille sich für die Nachfolge entscheide, brauche die Verwandlung des Herzens Zeit. Der Glaube müsse so tief in das eigene Leben aufgenommen werden, dass Christus zunehmend das Denken, Handeln und ganze Sein des Menschen präge. Bischof Irenei verwies dabei auf das Wort des Apostels Paulus: Nicht mehr er selbst lebe, sondern Christus lebe in ihm.

Nach der Aufnahme in die Kirche gehe es daher nicht in erster Linie darum, sofort nach neuen Tätigkeiten, Ämtern oder besonderen Aufgaben zu suchen. Vielmehr bestehe die nächste Aufgabe darin, das neue Leben in Christus zu verinnerlichen und sich durch die Gaben der Kirche Tag für Tag verwandeln zu lassen. Erst wenn die Kirche zu einem Dienst rufe, solle man sich bereitwillig zur Verfügung stellen. Diese Versuchung, ständig nach neuen Herausforderungen und Funktionen zu streben, betreffe zwar nach seinen Worten besonders Männer, letztlich aber Frauen und Männer gleichermaßen.

Abschließend ermutigte Bischof Irenei dazu, geduldig auf Gottes Willen zu warten und der Gnade Raum zu geben, im eigenen Herzen zu wirken. Wer sich ständig nach dem Nächsten, Größeren oder Stärkeren ausstrecke, laufe Gefahr, die innere Beständigkeit zu verlieren, die notwendig sei, um Gottes Gegenwart wahrzunehmen und seine Führung zu erkennen.

Die UOJ berichtete zuvor, dass der serbisch-orthodoxe Metropolit Grigorije in Stuttgart sein Buch „Wir brauchen einander“ vorstellte.

Lesen Sie auch

Selenskij verurteilte die Ermordung eines Priesters der RKK in Polen

Wladimir Selenskij bezeichnete den Angriff auf das Benediktinerinnenkloster als schreckliches Verbrechen und rief zu einer raschen Untersuchung auf.

Kirche gedachte erstmals des geistlichen Vaters von Paisios vom Athos

Das Patriarchat von Konstantinopel kanonisierte den geistlichen Vater des heiligen Paisios vom Berg Athos, den heiligen Tichon (Golenkow).

Ontario: Schulen überwiesen Kinder ohne Wissen der Eltern an Genderkliniken

In Kanada wurde ein Bericht darüber veröffentlicht, wie Schulen in Ontario Kinder heimlich an Genderkliniken überweisen.

In Georgien wurde eine restaurierte Kirche aus dem 10. Jahrhundert geweiht

Am Fest der Geburt der Gottesmutter weihte ein Hierarch der Georgischen Kirche die restaurierte Kirche des 10. Jahrhunderts und feierte darin die Liturgie.

In Polen ist ein katholischer Priester nach einem Messerangriff gestorben

Polizisten nahmen einen 31-jährigen ukrainischen Staatsbürger fest, der ein Kloster in Polen angegriffen und dabei einen katholischen Priester getötet hatte.

Schweiz: Orthodoxe Pilger feierten die Liturgie am Grab der heiligen Verena

Priester Daniel Schärer von der russisch-orthodoxen Auferstehungskirche Zürich zelebrierte die Göttliche Liturgie im Verenamünster in Bad Zurzach.