Patriarch Bartholomäus: Plädoyer für Wiederherstellung der Einheit mit Rom

Der Ökumenische Patriarch Bartholomäus I. plädiert für die Wiederherstellung der vollen Kirchengemeinschaft mit Rom. Archivfoto: Patriarchat

Der Ökumenische Patriarch Bartholomäus I. von Konstantinopel hat sich für die Wiederherstellung der vollen Kirchengemeinschaft zwischen Orthodoxer und Katholischer Kirche ausgesprochen. Damit verbindet er ausdrücklich auch die Wiederherstellung der historischen Pentarchie der fünf Patriarchate Rom, Konstantinopel, Alexandria, Antiochia und Jerusalem. Dies sagte er in Budapest beim  27. Internationalen Kongress der Gesellschaft für das Recht der Ostkirchen, wie die Katholische Presseagentur Österreich am 8. September 2026 berichtete.

Bei dem Kirchenrechtskongress in Budapest betonte Patriarch Bartholomäus, das Kirchenrecht dürfe keine „juristischen Mauern“ zwischen den Kirchen errichten, sondern müsse der Weiterentwicklung der Ökumene dienen. Mit Blick auf die Rolle des Bischofs von Rom verwies er auf Joseph Ratzingers Grundsatz, Rom könne von den Orthodoxen keine höhere Primatslehre verlangen als jene, die im ersten Jahrtausend formuliert und gelebt worden sei.

Patriarch Bartholomäus erinnerte zudem an den Ökumenischen Patriarchen Athenagoras, der den Papst von Rom als denjenigen bezeichnete, „der in Liebe vorsteht“. Darin sehe sich das orthodoxe Verständnis des römischen Primats zusammengefasst: als „liebevoller Dienst“, der innerhalb und nicht über der Gemeinschaft der Schwesterkirchen ausgeübt werde. Der Papst sei dabei in der alten Ordnung der Pentarchie als „Erster unter Gleichen“ (primus inter pares) und als „Patriarch des Westens“ anerkannt worden.

Die Wiedereinführung des Titels „Patriarch des Westens“ durch Papst Franziskus im Jahr 2024 begrüßte Patriarch Bartholomäus als einen „kleinen, aber keineswegs unbedeutenden Schritt“ auf dem Weg zur Einheit. Abschließend äußerte er die Hoffnung auf die „Wiederherstellung der vollen Kirchengemeinschaft mit der Kirche von Rom“, damit die Pentarchie wieder vollständig werde und die „fünfsaitige Leier“ der universalen Kirche wieder in ihrer alten Harmonie erklingen könne.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Bischof Irenei in einer neuen Videobetrachtung verdeutlichte, dass christliche Einheit nur „Einheit in der Wahrheit“ bedeuten könne. 

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