Metropolit Serafim in Berlin: „Sucht zuerst das Reich Gottes“

Metropolit Serafim predigte in Berlin. Foto: Screenshot YouTube
Metropolit Serafim von der Rumänisch-Orthodoxen Metropolie für Deutschland, Zentral- und Nordeuropa hat am 8. September 2026 in der Berliner Gemeinde „Sf. Arhangheli Mihail şi Gavriil“ zum Fest der Geburt der Gottesmutter gepredigt. Er leitete dort eine Göttliche Liturgie mit zahlreichen Priestern und Diakonen und erinnerte an die geistliche Bedeutung der Kirche, die auf dem Opfer des verstorbenen Priesters Constantin Mihoc errichtet worden sei. Die Metropolie veröffentlichte dazu auf ihrem YouTube-Kanal ein Video.
In seiner Predigt stellte Metropolit Serafim die Geburt der Gottesmutter nach der kirchlichen Überlieferung als Frucht des langjährigen Gebets und der Frömmigkeit ihrer Eltern Joachim und Anna dar. Maria sei von klein auf in Gebet, Fasten und Gehorsam aufgewachsen und habe sich dem Willen Gottes anvertraut. Ihr Wort „Siehe, ich bin die Magd des Herrn“ könne dabei auch den Christen heute als Vorbild dienen: Wer sich Gottes Willen anvertraue, ermögliche es Gott, Großes im eigenen Leben zu wirken.
Ausgehend vom Evangelium über Maria und Marta betonte der Metropolit, dass die Hinwendung zu Gott im Leben Priorität haben müsse. Gebet, Gottesdienst, Fasten, Beichte und die Teilnahme an den Sakramenten dürften nicht hinter den alltäglichen Sorgen und Aufgaben zurückstehen. Christen sollten zuerst das Reich Gottes suchen und darauf vertrauen, dass Gott ihnen auch das für das Leben Notwendige schenke.
Zugleich warnte der Geistliche vor einem lediglich äußerlichen Vollzug religiöser Pflichten. Gebet und Fasten müssten das Herz des Menschen verändern und ihn barmherzig, demütig und vergebungsbereit machen. Als Beispiel verwies er auf den serbischen Mönch und Geistlichen Tadei und dessen Gedanken, mit dem Herzen zu denken und zu sprechen. Auch das Wort des heiligen Serafim von Sarow, man solle den Frieden des Herzens gewinnen, nahm der Metropolit auf.
Die Gottesmutter beschrieb Metropolit Serafim als Vorbild eines demütigen, sanftmütigen und gehorsamen Lebens. Sie habe im Verborgenen gelebt und zugleich die Leiden ihres Sohnes mitgetragen. Mit Blick auf Familien rief der Metropolit dazu auf, besonders für Kinder zu beten, wenn sie vom Glauben oder vom rechten Weg abkommen. Christen sollten sich in jeder Situation fragen, was Christus an ihrer Stelle tun würde, und so „den Sinn Christi“ und seine Gesinnung annehmen.
Zum Abschluss dankte Metropolit Serafim den Priestern und Gläubigen der Gemeinde für ihre Treue und Unterstützung. Besonders hob er die Erinnerung an den verstorbenen Priester Constantin Mihoc hervor, auf dessen Opfer und das seines Bruders Nicolae die Kirche errichtet worden sei. Serafim erklärte, er bete täglich für Constantin Mihoc und rufe auch andere verstorbene geistliche Väter, die er gekannt habe, im Gebet an.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzpriester Dionisij Idavajn in der neuen Ausgabe von „Frag den Priester“ über das Leben nach dem Tod, die Seele, das Gericht und die Trauer spricht.
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