Budapest: Patriarch Bartholomäus eröffnete Kirche und Dialogzentrum „Fanarion“

Ökumenischer Patriarch Bartholomäus bei der feierlichen Eröffnung der Kirche der Heiligen Drei Hierarchen und der Einweihung des Orthodoxen Dialogzentrums „Fanarion“ in Budapest am 5. September 2026. Foto: Metropolis von Austria

Am 5. September 2026 hat der Ökumenische Patriarch Bartholomäus von Konstantinopel in Budapest die Kirche der Heiligen Drei Hierarchen feierlich eröffnet und das neue Orthodoxe Dialogzentrum „Fanarion“ eingeweiht. Im Beisein zahlreicher Hierarchen, Vertreter des ungarischen und griechischen Staates sowie diplomatischer Gäste vollzog der Patriarch die Wasserweihe und stand der Göttlichen Liturgie vor. Darüber berichtete die Metropolis von Austria auf ihrer Webseite.

Die Kirche der Heiligen Drei Hierarchen wurde mit der sogenannten Thyranoixia, der „Öffnung der Türen“, feierlich ihrer Bestimmung übergeben. Die Ausmalung der Kirche und der Kapellen des Zentrums stammt von dem renommierten Ikonenmaler Georgios Kordis und seinen Mitarbeitern. Nach der Liturgie wurde ein Film über die Entstehung der Ausmalung gezeigt. Die Feierlichkeiten wurden von einem Kulturprogramm und der Eröffnung einer Ausstellung mit Werken von Kordis begleitet.

Mit dem neuen Zentrum (Múzeum utca 11, Budapest) soll im historischen Budapest ein offener Ort für Begegnung, Bildung und Dialog entstehen. Der Name „Fanarion“ verweist auf das historische Zentrum der Orthodoxie in Konstantinopel. Das Zentrum soll Menschen aus Ost und West zusammenführen und Raum für Theologie, Kultur, Wissenschaft, Kunst und die Auseinandersetzung mit den großen existenziellen Fragen der Gegenwart bieten. Metropolit Arsenios betonte, das Gebäude solle sich mit Gebet, Büchern und Wissen, Musik und Kunst sowie mit Kindern, Jugendlichen, Wissenschaftlern, Klerikern, Künstlern und Pilgern füllen.

Patriarch Bartholomäus dankte dem ungarischen Staat und dem ungarischen Volk für die Unterstützung des Projekts. In seiner Ansprache stellte er die Drei Hierarchen Basilios den Großen, Gregor den Theologen und Johannes Chrysostomos als Schutzpatrone des Zentrums heraus und sprach über Freiheit, Gerechtigkeit, Brüderlichkeit und Solidarität. Zugleich warnte er vor Rassismus, Diskriminierung und modernen Formen der Sklaverei und betonte die Bedeutung der Menschenrechte. Religion müsse als Kraft des Friedens verstanden werden; Fundamentalismus dürfe nicht mit recht verstandener Religiosität verwechselt werden. Seine bekannte Aussage „Krieg im Namen der Religion ist Krieg gegen die Religion“ stellte er in den Zusammenhang seiner Forderung nach Frieden und Verständigung.

Der Patriarch rief die Kirche zugleich dazu auf, sich nicht von der heutigen Welt abzukehren. Ihre Sendung bestehe nicht in Ablehnung, sondern in der Verwandlung der Welt durch Teilhabe und Dialog. Das neue Zentrum „Fanarion“ solle diesen Geist des Ökumenischen Patriarchats verkörpern und zeigen, dass die Orthodoxie nationale und kulturelle Grenzen überschreite. Im Zentrum Budapests öffne sich damit „ein Fenster zur Ökumene“, an dem Theologie mit Kultur, Wissenschaft und den Hoffnungen und Fragen des heutigen Menschen ins Gespräch kommen könne.

Metropolit Arsenios von Austria und Exarch von Ungarn bezeichnete die Eröffnung als sichtbar gewordene Frucht einer langen Entwicklung. Mit der neuen Kirche und dem Dialogzentrum werde „eine neue Tür“ geöffnet und die Verwandlung von Erinnerung in Hoffnung und von Geschichte in Verantwortung sichtbar. Er erinnerte an die historischen Verbindungen zwischen Ungarn und der Mutterkirche von Konstantinopel sowie an die Entwicklung des Exarchates zu einer vielsprachigen orthodoxen Gemeinschaft. Heute diene man Gemeinden verschiedener Sprachen, bewahre das orthodoxe Kulturerbe Ungarns, schütze Kunstwerke, unterrichte, gebe Bücher heraus und helfe Bedürftigen sowie Menschen, die durch Krieg ihre Heimat verloren hätten.

Metropolit Arsenios dankte dem ungarischen Staat und der Bevölkerung für ihre großzügige Unterstützung und das entgegengebrachte Vertrauen. Die Unterstützung verstehe das Exarchat nicht als Entschädigung für vergangene Verluste, sondern als Auftrag für die Zukunft. Das Dialogzentrum solle ein gastlicher und offener Ort der Begegnung und Bildung an der Schwelle zwischen Ost und West sein. Zum Abschluss äußerte der Metropolit den Wunsch, dass das Haus künftig mit Gebet, Wissen, Kunst und Musik sowie mit Begegnungen zwischen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Traditionen erfüllt werde.

Am Nachmittag wurde die Große Erzbischöfliche Vesper gefeiert, der Erzbischof Eugenios von Kreta vorstand. Den Abschluss bildete ein Empfang im Hof des Zentrums.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzpriester Dionisij Idavajn in der neuen Ausgabe von „Frag den Priester“ über das Leben nach dem Tod, die Seele, das Gericht und die Trauer spricht.

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