„Fasten und Gebet helfen der Seele, sich für die Gnade des Herrn zu öffnen“

Priester Daniel Schärer predigte in der Auferstehungskirche Zürich. Archivfoto: Screenshot Facebook
Priester Daniel Schärer predigte am Sonntag, dem 6. September 2026, in der russisch-orthodoxen Auferstehungskirche Zürich über das Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl (Mt 22,1-14) und die Notwendigkeit einer inneren Verwandlung des Menschen. Die Gemeinde übertrug die Liturgie auf ihrem Facebook-Kanal (Predigt ab ca. Min. 54).
Die Einladung Gottes zum himmlischen Hochzeitsfest gelte allen Menschen, den „Guten und den Bösen“, sagte Priester Daniel Schärer. Sie sei jedoch „keine carte blanche“, um ohne Veränderung am Reich Gottes teilzunehmen. Das fehlende Hochzeitsgewand des Mannes im Gleichnis stehe nach der Auslegung der Kirchenväter für den Zustand der menschlichen Seele.
Nicht die Anzahl der Gebete, Akathisten oder Fastentage verschaffe dem Menschen ein Recht auf den Eintritt in das Reich Gottes, betonte der Priester. Entscheidend sei vielmehr, dass die Liebe Gottes, die sich am Kreuz offenbart habe, das Leben des Menschen verändere und von ihm mit eigener Liebe beantwortet werde.
Wenn der Mensch Gottes Liebe nicht annehme und sein Leben nicht durch sie verwandeln lasse, könne er die Gegenwart Gottes nicht als Glückseligkeit, sondern als Qual erleben. Deshalb müsse der Mensch mit Gott zusammenarbeiten und sein Herz für das Reich Gottes bereiten.
Der Geistliche verwies dabei auch auf die Seligpreisungen, die zeigten, wie das Herz des Menschen verwandelt werden müsse. Gebet, Fasten und weitere geistliche Heilmittel der Kirche seien dabei kein „Eintrittspreis“ für das Himmelreich. Sie könnten jedoch der Seele helfen, sich für die Gnade Gottes zu öffnen und den Boden des Herzens für die Zusammenarbeit mit Gott zu bereiten.
Wenn es gelinge, das Herz auf diese Weise zu verändern, werde der Mensch bei der Offenbarung des Reiches Gottes in dessen Herrlichkeit eingehen und mit Gott „im Königtum des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ feiern können.
Die UOJ berichtete zuvor, dass sich orthodoxe Christen am „Marsch für das Leben“ in London beteiligten.
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