Mannheim: Workshop über Alltagssüchte und Wege aus der Einsamkeit

Priester Athanasie Ulea sprach in der rumänisch-orthodoxen Gemeinde „Auferstehung des Herrn“ in Mannheim über Alltagssüchte, Einsamkeit und die Bedeutung von Gemeinschaft. Foto: Gemeinde

Priester Athanasie Ulea sprach in der rumänisch-orthodoxen Gemeinde „Auferstehung des Herrn“ in Mannheim über Alltagssüchte, Einsamkeit und die Bedeutung von Gemeinschaft. Foto: Gemeinde

Die rumänisch-orthodoxe Gemeinde „Auferstehung des Herrn“ in Mannheim hat am 5. September 2026 nach der Heiligen Liturgie einen Workshop über sogenannte Alltagssüchte veranstaltet. Mönchspriester Athanasie Ulea, zugleich Psychiater und Psychotherapeut, beleuchtete dabei die psychologischen, medizinischen und geistlichen Ursachen von Suchtverhalten und stellte die Wiederentdeckung von Gemeinschaft als wichtigen Weg aus Einsamkeit und Abhängigkeit in den Mittelpunkt. Darüber berichtete die Gemeinde auf ihrer Facebook-Seite.

Im Workshop „Jenseits der Alltagssüchte: Ausweg aus der Einsamkeit und die Sehnsucht nach Gemeinschaft“ ging es nicht nur um Abhängigkeiten von Substanzen. Auch die übermäßige Nutzung von Smartphones und sozialen Netzwerken, Arbeit, Essen, Computerspiele, Einkaufen oder ständige Beschäftigung könnten Formen eines Suchtverhaltens annehmen, wenn sie vor allem dazu dienten, innere Leere zu füllen.

Priester Athanasie Ulea verband medizinische und psychotherapeutische Erkenntnisse mit einer orthodoxen geistlichen Perspektive. Einsamkeit, verletzte Beziehungen, Scham und Angst sowie der Mangel an Stille könnten Menschen dazu verleiten, in kurzfristigen Reizen und Gewohnheiten Ersatz für fehlende Beziehungen zu suchen. Dabei könne sich das Belohnungssystem des Gehirns zunehmend auf bestimmte Reize einstellen, während Kontrolle und Freiheit verloren gingen.

Aus geistlicher Sicht wurde Sucht als eine Leidenschaft beschrieben, die den Menschen isolieren und seine Beziehung zu Gott und den Mitmenschen beeinträchtigen könne. Körper, Geist und Seele seien dabei nicht voneinander zu trennen, betonte der Referent.

Als Ausweg wurde nicht allein das bloße Aufgeben einer Gewohnheit verstanden. Entscheidend sei vielmehr die Rückkehr zu tragfähigen Beziehungen und zur Gemeinschaft. Genannt wurden unter anderem Beichte, Liturgie, gemeinsames Gebet, die konkrete Begegnung mit anderen Menschen sowie einfache und verlässliche Rhythmen im Alltag.

Die Kirche sei dabei kein bloßes „Suchtprogramm“, sondern ein Ort der Gemeinschaft und Begegnung mit Christus, hieß es zum Abschluss des Workshops. Die Veranstaltung war interaktiv gestaltet und bot den Teilnehmern Gelegenheit zu Fragen und Gesprächen.

Die UOJ berichtete zuvor, dass sich orthodoxe Christen am „Marsch für das Leben“ in London beteiligten.

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