Rumänische Einsiedelei am Jordan soll wieder aufgebaut werden

Geistliche und Gläubige reinigten die seit Jahrzehnten verlassene Einsiedelei in der Region Qasr al-Yahud am Jordan und feierten anschließend die erste Kleine Wassersegnung. Fotos: Vertretung des Rumänischen Patriarchats an den heiligen Stätten

Geistliche und Gläubige reinigten die seit Jahrzehnten verlassene Einsiedelei in der Region Qasr al-Yahud am Jordan und feierten anschließend die erste Kleine Wassersegnung. Fotos: Vertretung des Rumänischen Patriarchats an den heiligen Stätten

In der rumänisch-orthodoxen Einsiedelei am Jordan ist erstmals seit Jahrzehnten wieder die Kleine Wassersegnung gefeiert worden. Vertreter des Rumänischen Patriarchats reinigten die schwer beschädigte Kirche und bargen historische Gegenstände. Nun sollen die nächsten Schritte für ihre Restaurierung und den Wiederaufbau vorbereitet werden, wie das Patriarchat auf seiner Webseite berichtete.

Archimandrit Ioan Meiu, Vertreter des Rumänischen Patriarchats an den Heiligen Stätten, besuchte die Einsiedelei am 4. September 2026 gemeinsam mit zwei Geistlichen und rumänischen Gläubigen. Mit Unterstützung der israelischen Behörden konnten sie das früher verminte Gelände betreten und die Kirche erstmals seit langer Zeit reinigen.

Dabei wurden erhaltene Kultgegenstände, Überreste der Ikonostase, das umgestürzte Kreuz des Kirchturms sowie weitere Gegenstände aus den Mönchszellen geborgen. Einige der Funde könnten nach Angaben von Archimandrit Meiu mit dem heiligen Johannes Jakob dem Chozeviten in Verbindung stehen. Die Gegenstände sollen in die rumänische Niederlassung in Jericho gebracht und dort in einem Museum ausgestellt und restauriert werden.

Nach der Reinigung wurde in der Kirche die Kleine Wassersegnung gefeiert. Damit fand nach Jahrzehnten der Verlassenheit erstmals wieder ein Gottesdienst an der historischen Stätte statt.

Die Einsiedelei wurde in den 1930er-Jahren in der Region Qasr al-Yahud am westlichen Ufer des Jordans gegründet. Das Gebiet liegt nahe Jericho und unmittelbar an der Grenze zum Königreich Jordanien. Während des Sechstagekriegs 1967 geriet die rumänische Kirche auf israelisch kontrolliertes Gebiet. Sie befindet sich nur rund 500 Meter von der jordanischen Grenze entfernt.

Die Kirche und die Mönchszellen wurden durch die Kämpfe beschädigt. Nachdem 1970 ein Mönch der Einsiedelei bei einem Schusswechsel ums Leben gekommen war, wurde das Gebiet gesperrt und vermint. Der Zugang zur Einsiedelei blieb über Jahrzehnte eingeschränkt. Die Minenräumung wurde 2020 abgeschlossen.

Nun will Archimandrit Meiu mit Architekten und Restauratoren sowie den israelischen Behörden die nächsten Schritte für die Wiederherstellung der historischen Kirche festlegen. Eine Vereinigung zur Unterstützung der rumänischen Einrichtungen an den Heiligen Stätten will den Wiederaufbau der Einsiedelei fördern.

Die UOJ berichtete zuvor, dass sich orthodoxe Christen am „Marsch für das Leben“ in London beteiligten.

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