Erzpriester Matthias Zierenberg: Gottes Bund schenkt Halt in der unsicheren Welt

Erzpriester Matthias Zierenberg predigte in Limburg-Dietkirchen. Foto: Screenshot YouTube

Erzpriester Matthias Zierenberg hat am Sonntag (30. August 2026) in der deutschsprachigen serbisch-orthodoxen Gemeinde des heiligen Lubentius in Limburg-Dietkirchen über das Gleichnis von den bösen Weingärtnern (Mt 21, 33–42) und den Bund Gottes mit den Menschen gepredigt. Er betonte dabei, dass der Mensch in einer zunehmend unverbindlichen und von Unsicherheit geprägten Welt gerade in der Bindung an Gott und seine Kirche Halt und Sicherheit im ewigen Leben finden könne. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.

Ausgehend von der gegenwärtigen Weltlage stellte Erzpriester Matthias Zierenberg einen Verlust von Verbindlichkeit fest. Politische Bündnisse und wirtschaftliche Beziehungen zerbrächen, während kurzfristige Eigeninteressen zunehmend im Vordergrund stünden. Auch im persönlichen Leben scheuten viele Menschen Verpflichtungen, obwohl sie zugleich Stabilität, Frieden und gesellschaftliche Werte suchten.

Dem stellte der Erzpriester den Bund Gottes mit dem Menschen gegenüber. Seit der Schöpfung habe Gott immer wieder die Beziehung zu den Menschen gesucht. Nach dem Sündenfall habe er seinen Bund unter anderem mit Noah, Abraham und Mose erneuert. Gott habe sich dabei als geduldig erwiesen und den Menschen trotz ihrer Abkehr immer wieder die Möglichkeit zur Umkehr gegeben.

Im Gleichnis von den bösen Weingärtnern deutete der Geistliche den Weinberg als das von Gott seinem Volk anvertraute Heil. Die von Gott gesandten Knechte stünden für die Propheten, die den Menschen immer wieder zu Gehorsam und Umkehr gerufen hätten. Doch die Boten seien misshandelt und getötet worden. Schließlich habe Gott seinen Sohn gesandt, obwohl er gewusst habe, dass auch dieser getötet werde.

Mit der Verwerfung und Tötung Christi erfülle sich zugleich das Bild vom verworfenen Stein, der zum Eckstein werde. Erzpriester Matthias Zierenberg verwies darauf, dass aus Juden, die sich zu Christus bekehrten, und gläubig gewordenen Heiden eine neue Gemeinde entstanden sei: die Kirche.

Dieser Bund mit Gott werde nach seinen Worten auch heute in der Kirche gelebt und immer wieder erneuert. Die Taufe begründe die Zugehörigkeit, während insbesondere die Kommunion eine bewusste Erneuerung der Verbindung mit Gott ermögliche. Zugleich erinnerten die Propheten weiterhin daran, dass der Mensch Gott „Früchte“ seines Glaubens und seines Handelns schulde.

Kritisch wandte sich der Erzpriester in seiner Predigt gegen eine Lebensweise, die sich allein an materiellen Gütern, Wohlstand und den eigenen Begierden orientiere. Gott habe dem Menschen nach seiner Darstellung alles gegeben, um seine Güte und die Schönheit der Schöpfung zu erkennen. Wer sich jedoch von Gott abwende, schließe sich selbst aus dem Bund aus.

Zum Schluss rief der Geistliche die Gläubigen dazu auf, ihr Leben so auszurichten, dass sie mit gutem Gewissen und guter Vorbereitung zur sonntäglichen Kommunion kommen könnten. Die Bindung an Gott sei keine Last, sondern eine „liebende Bindung“, die Sicherheit im ewigen Leben schenke. Gottes Angebot bleibe dabei immer wieder offen, betonte er.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Bischof Irenei in einem neuen Video darüber spricht, warum Phasen innerer Leere und geistlicher Trockenheit kein Zeichen dafür sind, dass Gott den Menschen verlassen hat.

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