Russischer Bischof in Österreich hat großes Lob für einen deutschen Mönch

Der russisch-orthodoxe Bischof Alexij von Wien und Österreich (r.) fand in einem Interview besonders anerkennende Worte für den verstorbenen deutschen Abt Paisios (l.) Fotos: privat/Diözese.

Die Orthodoxie in Österreich wachse trotz ihrer vergleichsweise kleinen Zahl. Zugleich würdigte der russisch-orthodoxe Bischof Aleksij (Zanochkin) von Wien und Österreich den deutschen Mönch und Abt Paisios (Jung) als „einzigartige Persönlichkeit in Österreich“. Dies erklärte der Geistliche in einem Interview mit dem orthodoxen Nachrichtenportal pravoslavie.ru vom 17. August 2026. Abt Paisios war deutscher Katholik, konvertierte zur Orthodoxie, wurde Mönch in Griechenland und erster Abt des griechisch-orthodoxen Klosters in St. Andrä am Zicksee. Er starb 2024 in Belgrad.

Bischof Aleksij sieht die russisch-orthodoxe Diözese in Österreich trotz ihrer geringen Größe in einer positiven Entwicklung. Sie umfasst sieben Gemeinden und ist damit deutlich kleiner als die serbische und rumänische Orthodoxie. In den viereinhalb Jahren seines Dienstes in dem Alpenland sei jedoch keine Gemeinde geschlossen worden. Zwei Pfarreien erhielten die staatliche Anerkennung, außerdem gebe es inzwischen mehr Priester.

Die wachsende Präsenz der Orthodoxie in Österreich führt Bischof Aleksij vor allem auf die Zuwanderung aus orthodox geprägten Ländern zurück. Nach den Serben in den 1990er-Jahren kamen insbesondere Rumänen und Bulgaren sowie seit 2022 Ukrainer. Konversionen einheimischer Österreicher zur Orthodoxie gebe es ebenfalls, sie seien jedoch eher selten.

Das orthodoxe Leben in Österreich erfordere nach Ansicht des Bischofs besondere Anstrengungen. Das gesellschaftliche Umfeld sei der Orthodoxie vielfach fremd. Dennoch seien die Gemeindemitglieder gewissenhaft und bemüht, selbst und mit ihren Kindern in der Kirche zu bleiben. „Wir sind noch klein, aber wir wachsen“, sagte der Bischof.

Eine wichtige Rolle bei der Weitergabe des Glaubens an Kinder und Jugendliche spielen für Bischof Aleksij orthodoxe Ferienlager. Das erste organisierte die Diözese 2024 in Österreich. Inzwischen nehmen etwa 50 Kinder und insgesamt rund 80 Personen teil. Die Kinder verbringen mehrere Tage in einer orthodoxen Gemeinschaft, ohne Internet und digitale Geräte.

Auch die Verbundenheit der Gemeinden hebt der Bischof hervor. Zu Ostern sei die Wiener St.-Nikolaus-Kathedrale in diesem Jahr so gut besucht gewesen wie vermutlich seit zehn Jahren nicht mehr. Die Mehrheit der Gläubigen sei bis zum Ende des Gottesdienstes geblieben und habe die Kommunion empfangen. Bischof Aleksij beschrieb die Atmosphäre als besonders andächtig und ruhig. Im Vergleich zu Russland sei die theologische Bildung der Gläubigen in Österreich zwar durchschnittlich geringer, die Gemeinden seien dafür stärker miteinander verbunden.

Besonders wohlwollend äußerte sich Bischof Aleksij über den deutschen Mönch und Abt Paisios (Jung), den er als „einzigartige Persönlichkeit in Österreich“ bezeichnete. Abt Paisios war ursprünglich katholisch, konvertierte zur Orthodoxie, wurde Mönch in Griechenland und war erster Abt des griechisch-orthodoxen Klosters in St. Andrä am Zicksee im Burgenland. Dort suchten zahlreiche Menschen seinen geistlichen Rat; nach den Worten des Bischofs kamen sogar Busladungen von Menschen zu ihm. Aufgrund einer schweren Erkrankung zog sich Archimandrit Paisios später vom Amt des Abtes zurück und ging in ein kleines Kloster nach Serbien. Dort starb er 2024 und wurde auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt.

Bischof Aleksij betonte zudem, dass Abt Paisios großen Respekt vor der Russischen Orthodoxen Kirche gehabt und die heiligen königlichen Märtyrer verehrt habe. Der Archimandrit besuchte auch Gottesdienste in der Wiener St.-Nikolaus-Kathedrale, ohne dort als Priester tätig zu sein. Der Bischof äußerte den Wunsch, dass in Österreich auch einmal ein russisch-orthodoxes Kloster gegründet werde.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Metropolit Serafim in einer Predigt erklärte: „Die höchste Kultur der Menschheit ist die orthodoxe Liturgie der Kirche.“

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