Diakon Igor Willimowski: „Nicht der Reichtum verhindert die Errettung“

Diakon Igor Willimowski predigte in Krefeld. Foto: Screenshot YouTube

Am zwölften Sonntag nach Pfingsten, dem 23. August 2026, predigte Diakon Igor Willimowski in der russisch-orthodoxen St.-Barbara-Kirche zu Krefeld zum Evangelium über den reichen Jüngling (Mt 19,16-26). In seiner Predigt stellte er heraus, dass nicht materieller Reichtum an sich die Errettung verhindere, sondern die innere Haltung des Menschen zu seinem Besitz und zu Gott. Entscheidend seien die Bereitschaft zum Teilen, Nächstenliebe, Barmherzigkeit und die Treue zu Gott. Die Gemeinde veröffentlichte die Ansprache auf ihrem YouTube-Kanal.

Diakon Igor Willimowski warnte zunächst vor dem Missverständnis, Reichtum und Errettung würden sich grundsätzlich ausschließen. Das Evangelium vom reichen Jüngling zeige vielmehr, dass der Besitz zum Hindernis werden könne, wenn der Mensch sich an ihn klammere. Zur Veranschaulichung griff er eine von Metropolit Antony von Surosch überlieferte Geschichte auf: Wer eine Kupfermünze krampfhaft festhalte und nicht bereit sei, die Hand zu öffnen, verliere darüber den Blick für alles andere. „Es ist also nicht der Reichtum an sich, der die Möglichkeit der Errettung verhindert, sondern unsere Einstellung zu diesem“, sagte der Diakon.

Als weiteres Beispiel nannte der Geistliche den alttestamentlichen Hiob, der trotz seines großen Besitzes und seiner glücklichen Lebensumstände Gott auch angesichts schwerer Verluste treu geblieben sei. Darin liege auch der entscheidende Punkt des Evangeliums: Der reiche Jüngling habe zwar die Gebote gehalten, sei aber nicht bereit gewesen, seine Besitztümer aufzugeben und Christus nachzufolgen. Seine Reaktion – er ging „betrübt hinweg, denn er hatte viele Besitztümer“ – zeige, dass sein Herz letztlich am Besitz hing.

Unter Berufung auf den Kirchenvater Clemens von Alexandria betonte Diakon Igor Willimowski, das Heil hänge nicht von den äußeren Lebensumständen ab, sondern von der „Beschaffenheit der Seele“ und ihrem Verhältnis zu Gott. Glaube, Hoffnung, Liebe, Güte, Erkenntnis, Sanftmut, Demut und Wahrheit seien entscheidend. „Jeder von uns ist auf seine Art reich“, sagte der Diakon und bezog dies ausdrücklich nicht nur auf materiellen Besitz, sondern auch auf persönliche Gaben und Fähigkeiten.

Die Gläubigen forderte er dazu auf, sich zu fragen, ob sie bereit seien, von dem, was ihnen gegeben sei, anderen abzugeben, zu helfen und Barmherzigkeit zu zeigen. Auch die Zeit und die persönlichen Ressourcen könnten Gott gewidmet werden. Dazu gehörten etwa das Gebet, die Teilnahme am Gottesdienst und der Einsatz für andere Menschen. Wer diese Fragen ernsthaft beantworte, könne der Frage nach der Errettung mit Zuversicht begegnen. Zum Abschluss verwies der Diakon auf die Antwort Christi: „Bei Menschen ist dies unmöglich, bei Gott aber ist alles möglich.“

Die UOJ berichtete zuvor, dass ein Feuer das Kloster des Heiligen Propheten Elias im serbischen Kacapun schwer beschädigte.

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