Lebenszeichen von römisch-katholischem Bischof in Nicaragua aufgetaucht

Der katholische emeritierte Bischof Juan Abelardo Mata ist nach wochenlangem Schweigen in einem von regierungsnahen Medien verbreiteten Video zu sehen. Kritiker bezweifeln, dass die Aufnahme seine tatsächliche Lage widerspiegelt. Foto: Screenshot X/100% N

Der seit Ende Juni in Nicaragua vermisste römisch-katholische emeritierte Bischof von Estelí, Juan Abelardo Mata Guevara, ist in einem neunminütigen Video aufgetaucht. Der 80-Jährige spricht darin mit dem regierungsnahen Journalisten und Abgeordneten Adolfo Pastrán über sein Leben, seine Pflanzen und seine Lektüre. Mata sagt, es gehe ihm gut und das Gebet helfe ihm sehr. Am 15. August 2026 feierte der Bischof sein 50-jähriges Priesterjubiläum. Darüber berichtete das katholische Nachrichtenportal CNA am 18. August 2026.

Bischof Mata war Ende Juni beim Verlassen einer Klinik in Estelí von der Polizei festgenommen worden. Nach Angaben der nicaraguanischen Regierung befindet er sich seit Anfang Juli auf seinem Landgut in Tisma im Departamento Masaya. Kritiker berichten dagegen von Hausarrest und eingeschränkter Bewegungsfreiheit. Der Bischof soll das Grundstück nicht frei verlassen können.

Der in Miami tätige römisch-katholische Priester Edwing Román kritisierte die Veröffentlichung des Videos in den Medien. Der regierungsnahe Interviewer erwähne mit keinem Wort die Festnahme Matas und die anschließende Einschränkung seiner Bewegungsfreiheit. Weitere NGO-Vertreter sprechen von einer offensichtlichen Inszenierung, die nicht die tatsächliche Situation des Geistlichen widerspiegele.

Bischof Mata leitete die römisch-katholische Diözese Estelí mehr als 30 Jahre lang, von 1990 bis 2021. Er gilt als langjähriger Kritiker der Regierung von Daniel Ortega und Rosario Murillo. Mitte Juli hatte die US-Regierung die „sofortige und bedingungslose Freilassung“ des Bischofs gefordert. Kritiker der Regierung verlangen weiterhin seine vollständige Freilassung und ein Ende der Verfolgung der katholischen Kirche in Nicaragua.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Priester Daniel Schärer in der Auferstehungskirche Zürich über das Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht und den Weg zur Überwindung des Grolls predigte.

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