Erzpriester Slobodan Tijanić zur Verklärung: „Verwandlung ist kein Effekt“

Erzpriester Slobodan Tijanić predigte zum Fest der Verklärung des Herrn in der Auferstehungskirche der serbisch-orthodoxen Gemeinde in Frankfurt. Foto: Gemeinde
Zum Fest der Verklärung des Herrn am 19. August erinnerte Erzpriester Slobodan Tijanić in der serbisch-orthodoxen Gemeinde Frankfurt daran, dass die Herrlichkeit Christi nicht mit äußerem Glanz oder kurzfristigen spirituellen Erfahrungen verwechselt werden dürfe. Die Verklärung sei vielmehr ein Aufruf zu einem lebenslangen geistlichen Kampf und zu einer konkreten Veränderung des eigenen Lebens, wie die Gemeinde auf ihrer Facebook-Seite berichtete.
In seiner Predigt stellte Erzpriester Slobodan Tijanić dem Streben des Menschen nach äußerem Glanz das Licht Christi gegenüber, das sich nicht künstlich erzeugen lasse. Während der Mensch häufig nach Anerkennung und Aufmerksamkeit suche, habe Christus auf dem Berg Tabor seine göttliche Herrlichkeit offenbart, die unabhängig davon bestehe, ob sie von anderen wahrgenommen werde.
Mit Blick auf die drei Apostel Petrus, Jakobus und Johannes betonte der Geistliche die Bedeutung von Stille, Gebet und der bewussten Abkehr von ständiger Ablenkung. Die Erfahrung auf dem Berg Tabor sei jedoch nicht dazu bestimmt gewesen, dauerhaft festgehalten zu werden. Sie sollte die Jünger vielmehr gestärkt in ihren Alltag zurückführen. Entscheidend sei deshalb, ob das im Gottesdienst empfangene Licht auch im täglichen Leben sichtbar werde – etwa im Umgang mit Konflikten, Versuchungen und anderen Menschen.
Der Geistliche rief zu einem beständigen geistlichen Leben mit Fasten, Beichte, Evangeliumslesung und Gebet auf. Ein einmaliges religiöses Erlebnis könne den Menschen nicht dauerhaft verändern. Wahre Verwandlung geschehe langsam und erfordere Ausdauer. Zugleich verwies er darauf, dass die Verklärung bereits auf das Kreuz Christi hinweise: Mose und Elias hätten mit Jesus über sein Leiden in Jerusalem gesprochen. Christliche Herrlichkeit bedeute daher nicht die Flucht vor dem Leid, sondern dessen Verwandlung und Sinngebung im Licht Gottes.
Zum Abschluss nahm der Prediger den Brauch der Segnung von Trauben am Fest der Verklärung auf. Die Früchte sollten daran erinnern, dass auch das scheinbar gewöhnliche und unspektakuläre Leben des Menschen erstrahlen könne, wenn es sich zunehmend an der Wahrheit Christi ausrichte. Entscheidend sei die Bereitschaft, diese Verwandlung zuzulassen.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Priester Daniel Schärer in der Auferstehungskirche Zürich über das Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht und den Weg zur Überwindung des Grolls predigte.
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