Vortrag beleuchtete den geistlichen Weg von Arsenie Boca von Prislop und sein Hauptwerk

Erzpriester Dr. Iosif-Cristian Rădulescu sprach über den Heiligen Arsenie Boca von Prislop. Foto: Screenshot YouTube

Im Rahmen der Theologischen St.-Justin-Konferenz in der serbisch-orthodoxen Skite des heiligen Spyridon in Geilnau hat der rumänisch-orthodoxe Erzpriester Dr. Iosif-Cristian Rădulescu den geistlichen Weg des rumänisch-orthodoxen Heiligen Arsenie Boca von Prislop (1910–1989) vorgestellt. Im Mittelpunkt standen dessen Hauptwerk „Der Pfad zum Himmelreich“, seine Verfolgung unter dem kommunistischen Regime sowie zentrale Aspekte orthodoxer Spiritualität. Das Kloster veröffentlichte den Vortrag nach der Konferenz auf seinem YouTube-Kanal.

Erzpriester Dr. Iosif-Cristian Rădulescu aus Düsseldorf zeichnete zunächst den Lebensweg Arsenie Bocas von Prislop nach – von seiner theologischen und künstlerischen Ausbildung über seine Zeit auf dem Berg Athos bis zu seinem Wirken als Mönch und Beichtvater. Er schilderte dessen Charisma als Seelsorger, die ihm zugeschriebene prophetische Gabe sowie die Verfolgung durch die rumänische Securitate mit Verhaftungen, Arbeitslager und jahrzehntelanger Überwachung. Trotz staatlicher Repression sei Arsenie Boca von Prislop für viele Gläubige zu einer der prägendsten geistlichen Gestalten Rumäniens geworden; sein Grab im Kloster Prislop entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte des Landes.

Anschließend stellte der Referent die Kerngedanken des Buches „Der Pfad zum Himmelreich“ vor. Arsenie Boca von Prislop verstehe das menschliche Leben als von Gott ausgehende und auf Gott hin ausgerichtete Reise. Christus sei der Weg zum Heil, während die Kirche als von Christus geführtes „Schiff der Rettung“ den Menschen auf diesem Weg begleite.

Besonderes Gewicht legte der Geistliche auf die Bedeutung des geistlichen Kampfes, der Beichte und des Beichtvaters. Niemand gehe den Weg des Heils allein, betonte er unter Berufung auf Arsenie Boca von Prislop. Ohne geistliche Führung bestehe die Gefahr des Selbstbetrugs; Ziel des christlichen Lebens sei die Teilhabe an der Gemeinschaft des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

In der anschließenden Fragerunde sprach der Referent unter anderem über die Krankheit Arsenie Bocas von Prislop am Lebensende sowie über das Verhältnis von orthodoxer Spiritualität, Psychologie und Psychiatrie. Dabei verband er die Lehren des rumänischen Beichtvaters mit eigenen seelsorgerlichen Erfahrungen und hob die Bedeutung der geistlichen Vater-Kind-Beziehung zwischen Priester und Gläubigen hervor.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Patriarch Theophilos III. eine Pilgergruppe aus der deutschen ROKA-Diözese unter Leitung von Metropolit Mark empfing.

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