Johannes Pracht berichtet über seinen Weg von der Bundeswehr zur Orthodoxie
Johannes Pracht (links) spricht mit Priester Matthias Fröse im Gesprächsformat „Weg nach Emmaus“ über seinen persönlichen Weg zur Orthodoxie. Foto: Screenshot YouTube
Priester Matthias Fröse von der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Christophorus in Mainz (Außenstelle Meisenheim) setzt mit einem neuen Video das Gesprächsformat „Weg nach Emmaus“ fort. Im Gespräch mit Johannes Pracht, einem ehemaligen Soldaten und Feldjäger, heute Familienvater und Unternehmer im Heizungsbau, geht es um dessen persönlichen Weg zu Christus und in die Orthodoxe Kirche.
Pracht berichtet von einer katholisch geprägten Kindheit, die er rückblickend vor allem als von Tradition bestimmt beschreibt. Nach eigener Aussage entfernte er sich als Jugendlicher zunehmend vom kirchlichen Glauben und entwickelte ein individuelles Gottesbild. Während seiner Zeit bei der Bundeswehr, unter anderem als Feldjäger und in Auslandseinsätzen, habe er moralische Fragen weitgehend verdrängt und seinen Lebenssinn vor allem in Beruf, Kameradschaft und weltlichen Zielen gesucht.
Nach dem Ende seiner Militärlaufbahn geriet Pracht nach eigenen Angaben in eine schwere persönliche Krise mit Schlafstörungen und Angstzuständen. Den entscheidenden Wendepunkt beschreibt er als Gebet, in dem er Christus um Hilfe bat. Die Beschwerden seien daraufhin verschwunden. Anschließend begann er intensiv die Bibel zu lesen und sich mit der Kirchengeschichte auseinanderzusetzen. Auf der Suche nach der ursprünglichen Kirche besuchte er zunächst katholische und evangelische Gemeinden, bevor ihn seine Nachforschungen zur Orthodoxie führten.
Besonders prägend sei für ihn der erste Besuch eines orthodoxen Gottesdienstes gewesen, den er als Heimkehr empfunden habe. In der deutschsprachigen Gemeinde in Mainz habe sich dieser Eindruck vertieft. Im Gespräch schildert Pracht, wie der orthodoxe Glaube seinen Blick auf Freiheit, Stärke, Disziplin und christliche Nachfolge verändert habe. Wahre Stärke bestehe nicht in körperlicher Gewalt oder militärischer Macht, sondern in der Treue zu Christus, der Überwindung der Leidenschaften und der inneren Verwandlung des Menschen. Diese geistliche Entwicklung dauere bis heute an, wie er im Gespräch mit Priester Matthias Fröse schilderte.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Photisis TV den heiligen Athanasius den Großen als Verteidiger des Glaubens vorstellte.
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