Berlin fördert muslimische Seelsorge trotz Islamismus-Verdachts
Berliner Senat. Foto: Deutschlandfunk
Die Berliner Landesregierung hält trotz anhaltender Kritik an der finanziellen Unterstützung des Projekts „Muslimisches Seelsorge Telefon“ fest. Nach Angaben aus einer parlamentarischen Anfrage erhält das von Islamic Relief Deutschland betriebene Angebot jährlich 135.000 Euro aus dem Landeshaushalt. Für den Zeitraum von 2022 bis 2026 beläuft sich die Förderung damit auf insgesamt 675.000 Euro. Darüber berichtete Der Westen.
Hintergrund der Debatte sind Hinweise des Verfassungsschutzes auf mutmaßliche Verbindungen von Islamic Relief Deutschland zur islamistischen Muslimbruderschaft. Die Berliner Gesundheitsverwaltung betont jedoch, dass sich die Förderung ausschließlich auf das Seelsorgeangebot beziehe und keine allgemeine Zusammenarbeit mit der Organisation bestehe. Das Angebot richte sich an Menschen in seelischen Notlagen und werde nach Angaben der Senatsverwaltung nach dem Vorbild der kirchlichen Telefonseelsorge betrieben.
Aus den Reihen der CDU kommt deutliche Kritik an der Entscheidung. Politiker der Partei halten staatliche Zuschüsse für Organisationen, die im Zusammenhang mit islamistischen Strukturen diskutiert werden, für problematisch und fordern ein Ende der Finanzierung. Die Berliner Gesundheitssenatorin Ina Czyborra (SPD) erklärte hingegen, eine Einstellung der Förderung sei derzeit nicht vorgesehen.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass Patriarch Daniel Christen aufrief, Werkzeuge der barmherzigen Liebe zu sein.
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