Priester Daniel Schärer: „Die Kirche wird durch die Liebe zusammengehalten“
Priester Daniel Schärer predigte zum Fest der heiligen Apostel Petrus und Paulus. Foto: Screenshot Facebook
In seiner Predigt am Sonntag, dem 12. Juli 2026, hat Priester Daniel Schärer in der russisch-orthodoxen Auferstehungskirche Zürich (Schweiz) über die verbindende Liebe der heiligen Apostel Petrus und Paulus gesprochen und die Gläubigen dazu aufgerufen, diese Liebe im eigenen Leben einzuüben. Die Gemeinde übertrug die Heilige Liturgie auf ihrem Facebook-Kanal (Predigt ca. ab Minute 52).
Ausgehend vom Fest der heiligen Apostel Petrus und Paulus verwies Priester Daniel Schärer auf die Ikone des Apostelpaares, auf der sich beide umarmen. Diese Darstellung mache deutlich, dass die Kirche nicht nur auf ihrem Zeugnis und Glauben gründe, sondern ebenso auf der Liebe, die sie trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft und Prägung miteinander verbunden habe. Petrus und Paulus hätten verschiedene Aufgaben, Lebenswege und Auffassungen gehabt, seien jedoch durch ihr gemeinsames Bekenntnis zu Christus geeint worden.
Diese Liebe sei keine bloße Sympathie und hänge weder von gleichen Interessen noch von politischen Ansichten oder persönlicher Ähnlichkeit ab, betonte der Priester. Auf der Ikone blickten die Apostel nicht einander an, sondern gemeinsam auf Christus. Darin zeige sich, dass wahre christliche Liebe aus der Ausrichtung auf den Herrn und aus der Teilhabe an Gott selbst erwachsen ist.
Der Geistliche rief die Gläubigen dazu auf, diese Liebe im Alltag einzuüben, indem sie die Schwächen anderer geduldig ertrügen und in jedem Menschen das Ebenbild Gottes sähen – unabhängig von Herkunft, Überzeugungen oder persönlichen Vorlieben. Zugleich sei diese Liebe nicht allein durch menschliche Anstrengung erreichbar, sondern ein Geschenk Gottes, für das gebetet werden müsse.
Die Begegnung mit dem auferstandenen Christus in Gebet, Gottesdienst und den heiligen Mysterien stärke den Menschen und belebe die „gelähmte Seele“, sagte Priester Daniel Schärer mit Bezug auf das Evangelium von der Heilung des Gelähmten. Christus befähige den Menschen, in der Liebe zu wachsen und den Mitmenschen mit derselben Liebe zu begegnen, die das Leben der Apostel und die Einheit der Kirche geprägt habe.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Bischof Irenei die Gläubigen aufforderte: „Bereitet euch auf den geistlichen Kampf vor, nicht auf emotionalen Trost!“
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