Liturgische Kommission beriet über die Verehrung deutscher Heiliger

Erzbischof Tichon von Rusa leitete die Sitzung der Liturgischen Kommission der Diözese in Berlin. Foto: Diözese

Erzbischof Tichon von Rusa leitete die Sitzung der Liturgischen Kommission der Diözese in Berlin. Foto: Diözese

Am 26. Juni 2026 fand unter dem Vorsitz von Erzbischof Tichon von Rusa, Administrator der Diözese von Berlin und Deutschland der Russischen Orthodoxen Kirche, eine Sitzung der Liturgischen Kommission statt. Im Mittelpunkt standen die Weiterentwicklung der Verehrung der im deutschen Land aufgeleuchteten Heiligen, die Erarbeitung liturgischer Texte sowie die Vorbereitung eines zweisprachigen Priesterdienstbuchs in deutscher und kirchenslawischer Sprache. Darüber berichtete die Diözese auf ihrer Webseite.

Nach einführenden Worten von Erzbischof Tichon und den einzelnen Vorträgen aus den Arbeitsgruppen beschloss die Kommission, sich bei der Vorbereitung möglicher neuer Aufnahmen in die Synaxis der Heiligen, die im deutschen Land aufgeleuchtet sind, an den Kriterien der Synodalen Kommission für die Kanonisierung der Heiligen der Russischen Orthodoxen Kirche zu orientieren. Berücksichtigt werden sollen unter anderem ausführliche Lebensbeschreibungen mit Quellenangaben, die Haltung zum Filioque und zum päpstlichen Primat, Zeugnisse der Verehrung bei Orthodoxen und Heterodoxen sowie die orthodoxe und westliche Ikonographie und Hymnographie. Zudem bestätigte die Kommission eine Liste von 34 Glaubens- und Frömmigkeitskämpfern des ersten Jahrtausends zur weiteren wissenschaftlichen Bearbeitung.

Ein weiterer Schwerpunkt war die hagiographische und ikonographische Arbeit. Die Redaktion der Viten der bereits in die Synaxis aufgenommenen Heiligen – der heiligen Märtyrerin Afra von Augsburg, des heiligen Korbinian von Freising, des heiligen Burkard von Würzburg, des heiligen Bonifatius von Mainz sowie der heiligen Walburga von Eichstätt und der heiligen Lioba von Bischofsheim (Tauberbischofsheim) – soll fortgesetzt werden. Außerdem werden grafische Darstellungen der deutschen Heiligen für Veröffentlichungen und hagiographische Ausgaben vorbereitet. Bis zur Diözesanversammlung Anfang Oktober in Dortmund soll zudem ein Vortrag über die Kanones der Ikonographie erarbeitet werden.

In ihrer Resolution billigte die Kommission außerdem zwei deutschsprachige Entwürfe für den Gottesdienst zur Synaxis der deutschen Heiligen und setzte die weitere Redaktionsarbeit daran fort. Ferner beschloss sie, die vom Heiligen Synod der Russischen Orthodoxen Kirche im Mai 2026 angeordnete liturgische Kommemoration der deutschen Heiligen in den Gemeinden der Diözese umzusetzen. Das zweisprachige Hieratikon soll nach Abschluss der Korrekturen sowohl als Taschenausgabe als auch im Analogion-Format erscheinen; dabei soll die Liturgie des heiligen Basilius des Großen vollständig wiedergegeben werden.

Zu den Teilnehmern gehörten neben Erzbischof Tichon von Rusa u. a. der Referent der Liturgischen Kommission, Priester Alexej Veselov (Krefeld), sowie die Leiter der Arbeitsgruppen für Heiligenviten und Ikonographie, Erzpriester Alexander Bertasch (Bremen) und Erzpriester Sergey Baburin (Hamburg).

Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzbischof Tichon den Sonntagsgottesdienst in der Berliner Auferstehungskathedrale leitete.

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