In Ungarn drohen einem Mann bis zu drei Jahre Haft wegen entfernter LGBT-Flaggen
Ungarische Flaggen auf der Elisabethbrücke, Budapest, Ungarn. Foto: Mi Hazank Mozgalom auf Facebook
In Ungarn drohen einem 58-jährigen Mann, der Dutzende LGBT-Flaggen von der Elisabethbrücke in Budapest entfernte, eine Geldstrafe von fast 2,6 Millionen Forint und bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe, falls er der Verursachung erheblichen Sachschadens für schuldig befunden wird, meldet The European Conservative.
Der Vorfall ereignete sich im Zuge von Auseinandersetzungen um das Anbringen von LGBT-Symbolik in der ungarischen Hauptstadt im Vorfeld der für den 27. Juni geplanten Budapest Pride. Der liberale Bürgermeister der Stadt, Gergely Karácsony, hatte zuvor angeordnet, auf der Brücke sogenannte Progress-Pride-Flaggen anzubringen, die neben der Regenbogensymbolik auch Elemente enthalten, die mit dem Transgender- und Intersex-Narrativ sowie mit ethnischen Minderheiten verbunden sind.
Im Netz tauchten Videos auf, in denen der Mann Flaggen von der Brücke entfernt und in die Donau wirft. Nach einer Beschwerde des Bürgermeisteramtes ermittelte die Polizei die Identität des Verdächtigen und verhörte ihn. Nach Angaben des Blattes gestand der Mann die Tat und erklärte, er sei stolz auf sein Handeln und würde es wiederholen, da er nach seinen persönlichen Überzeugungen gehandelt habe.
Zur Unterstützung des Mannes traten Vertreter der nationalistischen Bewegung „Mi Hazánk“ (Unsere Heimat) auf. Der Vizepräsident der Partei, Előd Novák, erklärte, die Bewegung sei bereit, etwaige Geldstrafen zu übernehmen, und versprach zudem, dem Mann bei der als Alternative zur LGBT-Pride organisierten Aktion „Familienstolz“ die „Auszeichnung für gesellschaftlichen Mut“ zu verleihen.
Nach der Entfernung der LGBT-Flaggen brachten Aktivisten des Jugendflügels von Mi Hazánk auf der Brücke ungarische Nationalflaggen an. Kurz darauf tauchten jedoch im Netz Aufnahmen auf, auf denen eine Person mutmaßlich eine dieser Flaggen in die Donau wirft. Die Polizei leitete eine Prüfung ein, und Vertreter von Mi Hazánk kündigten an, Beschwerden wegen Vandalismus und der Schändung eines nationalen Symbols einzureichen.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass Selenskij mit der Schweiz die Wiederherstellung der Mariä-Entschlafens-Kathedrale vereinbart habe.
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