Bischof Irenei: „Heilige sind Antworten auf die Krise unserer Gesellschaft“

Bischof Irenei von London und Westeuropa predigte in London über die Bedeutung der Heiligen für die geistliche Erneuerung der Gesellschaft. Archivfoto: Diözese

In der Kathedrale der Geburt der Mutter Gottes und der Heiligen Königlichen Märtyrer in London hat Bischof Irenei von London und Westeuropa der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland (ROKA) am Sonntag (21. Juni 2026) eine eindringliche Predigt über die geistliche Krise der modernen Gesellschaft gehalten. Anlass war der Sonntag aller Heiligen der Britischen Inseln, wie die Diözese berichtete.

Bischof Irenei betonte, dass die Antwort auf moralischen und kulturellen Niedergang im Leben und Vorbild der Heiligen liege. Diese seien keine Figuren der Vergangenheit, sondern lebendige Zeugen Gottes, deren Wirken weiterhin gegenwärtig sei. Der moderne Mensch verkenne dies jedoch durch geistliche Blindheit, Ignoranz und Zerstreutheit.

Besonders hob der Geistliche die Bedeutung der christlichen Geschichte der Britischen Inseln hervor. England, Irland, Schottland und Wales seien nicht nur geografische Räume, sondern Orte, an denen Gott Menschen geheiligt habe. Wer diese geistliche Dimension ausblende, verliere den eigentlichen Sinn von Geschichte und Identität.

Zugleich verwies er auf das biblische Bild der „großen Wolke von Zeugen“ (Hebr 12,1), die die Gläubigen umgebe. Diese geistliche Gemeinschaft sei auch heute wirksam und rufe die Menschen zur Umkehr, zur Nachfolge Christi und zu einem Leben in Heiligkeit auf.

Die Gläubigen rief der Bischof dazu auf, das Erbe der Heiligen aktiv zu pflegen: ihre Namen zu lernen, ihre Ikonen zu verehren und ihre Lieder zu singen. Durch die Fürsprache der Heiligen könne eine Erneuerung von Glauben, Gesellschaft und persönlichem Leben geschehen.

Die UOJ berichtete zuvor, das Bischof Andrej in Lausanne feststellte: „Die geistliche Sicht eines Menschen bestimmt seinen gesamten Lebensweg.“

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