Ein Segen für das Rheinland: georgische Pilger bringen große Heiligtümer nach Rheinland

Pilger aus Georgien brachten die wundertätige Ikone der Gottesmutter „Beschützerin Georgiens“ sowie eine Ikone des heiligen Gabriel (Urgebadze) mit einer Reliquie des Heiligen nach Düsseldorf. Fotos / Collage: UOJ

Am 17. Juni wurde die georgisch-orthodoxe Kirchengemeinde „Heiliger Antimos aus Iveria“ e.V. in Düsseldorf zum Ziel einer außergewöhnlichen Pilgerreise und zu einem Ort gelebter orthodoxer Einheit. Jahrestages der Christianisierung Georgiens traf eine Pilgergruppe aus Georgien unter der Leitung der Erzpriester Kahaber Gogotishvili und Shalva Jajanidze in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt ein. Die Pilgerfahrt war noch zu seiner Lebenszeit vom seligen Katholikos-Patriarchen von ganz Georgien, Ilia II., gesegnet, geplant und ausgesandt worden.

Mit sich führten die Pilger zwei besonders verehrte Heiligtümer der georgischen Kirche: die wundertätige Ikone der Allerheiligsten Gottesmutter „Beschützerin Georgiens“ sowie eine Ikone des heiligen Gabriel (Urgebadze), in welche Reliquien des weithin verehrten georgischen Gottesnarren und Bekennerheiligen eingelassen sind.

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Trotz eines gewöhnlichen Arbeitstages und der anhaltenden sommerlichen Hitze strömten nahezu zweihundert Gläubige nach Düsseldorf, um die Heiligtümer zu verehren. Die Besucher kamen aus zahlreichen Städten Nordrhein-Westfalens und darüber hinaus. Besonders bemerkenswert war die Vielfalt der versammelten orthodoxen Christen. Unter den Betenden befanden sich Georgier, Osseten, Abchasen, Serben, Ukrainer, Araber, Türken, Russen, Rumänen und Deutsche – ein eindrucksvolles Zeugnis dafür, dass die Orthodoxie nationale Grenzen überwindet und ihre Gläubigen in Christus vereint.

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Bereits kurz nach der Ankunft der Reliquien bildeten sich lange Reihen vor den Ikonen. Über einen Zeitraum von mehr als drei Stunden hatten die Gläubigen Gelegenheit, die Heiligtümer zu verehren, persönliche Gebete darzubringen und Fürsprache bei der Allheiligen Gottesgebärerin sowie beim heiligen Gabriel zu erbitten.

Die Atmosphäre war geprägt von tiefer Andacht, ehrfürchtiger Stille und zugleich brüderlicher Begegnung. Viele der Anwesenden nutzten die Gelegenheit, miteinander über das Leben und Wirken des heiligen Gabriel Urgebadze ins Gespräch zu kommen – jenes außergewöhnlichen georgischen Heiligen des 20. Jahrhunderts, dessen mutiges Bekenntnis zu Christus während der Zeit der kommunistischen Verfolgung bis heute Millionen von Gläubigen inspiriert.

Auch die beiden Pilgerleiter, Erzpriester Kahaber Gogotishvili und Erzpriester Shalva Jajanidze, standen den Besuchern für Gespräche zur Verfügung. Zahlreiche Gläubige erkundigten sich nach den Ursprüngen dieser besonderen Pilgerinitiative, nach ihrer geistlichen Mission sowie nach den Erfahrungen, die sie während ihrer Reise durch verschiedene europäische Länder sammeln konnten.

Unser Reporter ließ sich diese seltene Gelegenheit nicht entgehen und führte mit Erzpriester Kahaber Gogotishvili ein ausführliches Gespräch über die geistliche Bedeutung der Pilgerreise, die Verehrung des heiligen Gabriel sowie die Rolle Georgiens als eines der ältesten christlichen Länder der Welt. Das Interview veröffentlichen wir in einer gesonderten Ausgabe.

Gemeinsames Bittgebet vor den Heiligtümern

Gegen 18.00 Uhr begann vor den versammelten Gläubigen ein feierliches Bittgebet (Moleben) zu Ehren der Allerheiligsten Gottesmutter. Die Andacht wurde vom Gemeindevorsteher, Archimandrit Ise, geleitet und durch andere Geistliche der Georgisch Orthodoxen Kirche unterstützt. Den Moleben unterstütze auch der anwesende Vertreter der Russisch-Orthodoxer Gemeinde Diakon Sergij Konrad.

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In seiner Ansprache begrüßte Archimandrit Ise die Pilger aus Georgien und dankte ihnen für die Möglichkeit, diese kostbaren Heiligtümer nach Deutschland gebracht zu haben. Er erinnerte daran, dass die Christianisierung Georgiens vor 1700 Jahren zu den bedeutendsten Ereignissen der Kirchengeschichte zählt und bis heute das geistliche Fundament des georgischen Volkes bildet.

Im Anschluss richteten auch die Gäste aus Georgien Worte des Dankes und der Ermutigung an die versammelten Gläubigen. Sie riefen dazu auf, den orthodoxen Glauben in den heutigen Herausforderungen der Zeit mutig zu bezeugen und sich das Vorbild des heiligen Gabriel Urgebadze zum Maßstab des eigenen christlichen Lebens zu nehmen.

Noch einmal wurde bekanntgegeben, dass die Pilgerreise ihre nächste Station in Berlin haben wird. Dort werden die Heiligtümer am kommenden Sonntag erwartet. Geplant sind die Feier der Göttlichen Liturgie sowie ein weiteres Bittgebet, damit auch die orthodoxen Gläubigen der deutschen Hauptstadt Gelegenheit erhalten, die Ikonen und Reliquien zu verehren.

Glückwünsche aus der deutschen Politik

Eine besondere Würdigung erhielt die Veranstaltung durch die Staatsministerin Serap Güler. Aus Anlass des Jubiläums übermittelte sie Archimandrit Ise ein offizielles Gratulationsschreiben.

Darin sprach sie der georgisch-orthodoxen Kirchengemeinde ihre herzlichen Glückwünsche zum 1700. Jahrestag der Christianisierung Georgiens aus und würdigte die Bedeutung des christlichen Erbes Georgiens für Europa. Zugleich gratulierte sie der georgisch-orthodoxen Kirche zur Inthronisierung des neuen Katholikos-Patriarchen Schio III.

Die Übergabe des Schreibens wurde von den Anwesenden mit großer Dankbarkeit aufgenommen und als Zeichen der Wertschätzung gegenüber der orthodoxen Gemeinschaft in Deutschland verstanden.

Zeugnis lebendiger Orthodoxie

Die Begegnung in Düsseldorf hat eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig die orthodoxe Glaubenstradition auch fern der historischen Heimatländer ihrer Gläubigen ist. Die große Zahl der Besucher, die tiefe Ehrfurcht vor den Heiligtümern und die sichtbare Verbundenheit der orthodoxen Christen unterschiedlichster Herkunft machten deutlich, dass die Kirche auch in der Diaspora eine lebendige geistliche Heimat bleibt.

Die wundertätige Ikone der Gottesmutter „Beschützerin Georgiens“ und die Reliquien des heiligen Gabriel Urgebadze wurden für viele Gläubige zu einer Quelle geistlicher Stärkung, des Trostes und der Hoffnung. Zugleich erinnerte dieser Tag daran, dass die Heiligen und die Gottesmutter die Kirche auch heute begleiten und dass die orthodoxen Völker trotz aller Unterschiede in einem gemeinsamen Glauben und einer gemeinsamen Eucharistie vereint bleiben.

Möge die Fürsprache der Allerheiligsten Gottesgebärerin und des heiligen Gabriel von Samtawro alle Gläubigen stärken und den Frieden Christi in die Herzen der Menschen tragen!

Zuvor berichtete UOJ, dass
das ZDF am 3. Mai einen serbisch-orthodoxen Gottesdienst aus Düsseldorf übertragen hat.

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