Priester Arsenije Jovanović: „Wenn Christus bei uns ist, ist kein Kreuz zu schwer“

Priester Arsenije Jovanović bei seiner ersten Sonntagspredigt nach der Weihe: Nachfolge Christi als unmittelbarer Ruf an jeden Gläubigen. Foto: Gemeinde

Priester Arsenije Jovanović von der serbisch-orthodoxen Gemeinde Nürnberg hat am zweiten Sonntag nach Pfingsten (14. Juni 2026) seine erste Sonntagspredigt nach der Priesterweihe in seiner Heimatgemeinde gehalten und dabei die unmittelbare Nachfolge Christi als zentrale Herausforderung für jeden Gläubigen hervorgehoben. Die serbische Eparchie für Deutschland veröffentlichte die Predigt auf ihrer Webseite.

Ausgehend vom Evangelium über die Berufung der ersten Apostel betonte Priester Arsenije Jovanović, dass nicht nur die Erwählung durch Christus ein Wunder sei, sondern vor allem die entschlossene Antwort der Jünger. Diese hätten ohne Zögern ihr bisheriges Leben verlassen, weil sie in Christus die göttliche Wahrheit erkannt hätten.

Der Geistliche unterstrich, dass dieser Ruf Christi auch heute jedem Menschen gelte. Nachfolge bedeute nicht zwangsläufig den äußeren Verzicht auf Familie oder Beruf, sondern die innere Entscheidung, Christus an die erste Stelle zu setzen und alles abzulegen, was von ihm trenne. Häufig werde dieser Ruf jedoch aufgeschoben, obwohl Christus zur unmittelbaren Antwort „heute und jetzt“ aufrufe.

Im Zusammenhang mit dem Gedenktag des heiligen Justin von Ćelije stellte der Priester dessen Leben als Beispiel konsequenter Christusnachfolge heraus. Für den Heiligen sei Christus nicht nur Gegenstand theologischer Reflexion gewesen, sondern der Sinn des gesamten menschlichen Lebens und der Geschichte.

Abschließend hob der Priester hervor, dass wahre Heiligkeit aus dem Zusammenwirken von göttlicher Gnade und menschlichem Willen entstehe. Die Gläubigen seien aufgerufen, Christus im Alltag konkret nachzufolgen, ihm mehr zu vertrauen als eigenen Ängsten und so Zeugnis für das Evangelium abzulegen: „Er verspricht uns keinen leichten Weg, aber er verspricht uns, dass er bei uns sein wird. Und wenn Christus bei uns ist, ist kein Kreuz zu schwer, keine Versuchung zu unüberwindlich und keine Dunkelheit zu groß, als dass das Licht seiner Gnade sie nicht besiegen könnte.“

Die UOJ berichtete zuvor, dass der orthodoxe Verlag Hagia Sophia ein neues Buch mit Fastenpredigten des heiligen Johannes von Kronstadt veröffentlicht hat.

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