Schleswig-Holstein vor Vorreiterrolle: „Reerdigung“ soll dauerhaft erlaubt werden
Ein geschlossener Behälter („Kokon“) dient bei der Reerdigung als Ort der kontrollierten Zersetzung des Leichnams innerhalb von rund 40 Tagen. Foto: Pressebild meine-erde.de
Das Bundesland Schleswig-Holstein steht kurz davor, die sogenannte „Reerdigung“ dauerhaft als Bestattungsform zuzulassen. Der Landtag will über einen entsprechenden Gesetzentwurf aller Fraktionen abstimmen und damit bundesweit Neuland betreten, wie das katholische Nachrichtenportal domradio.de am 17. Juni 2026 berichtete.
Als erstes Bundesland plant Schleswig-Holstein, die „Reerdigung“ gesetzlich zu verankern. Der Sozialausschuss hat den gemeinsamen Entwurf von CDU, Grünen, SPD, FDP und SSW einstimmig empfohlen. Mit dem Beschluss würde das Verfahren als dritte Bestattungsart neben Erd- und Feuerbestattung in das Bestattungsgesetz aufgenommen.
Die „Reerdigung“ beschreibt eine beschleunigte Verwesung des Leichnams in einem geschlossenen Behältnis. Der Körper wird auf pflanzliches Material wie Stroh und Blumen gebettet und unter kontrollierten Bedingungen innerhalb von etwa 40 Tagen zersetzt. Die verbleibenden Überreste werden anschließend auf einem Friedhof beigesetzt. Das Verfahren wird seit 2022 in Schleswig-Holstein erprobt. Vorteil sollen geringere CO2-Emissionen im Vergleich zur Feuerbestattung sein.
Der Gesetzentwurf sieht vor, dass „Reerdigungen“ nur in speziell zugelassenen Einrichtungen stattfinden dürfen. Zudem ist – analog zur Feuerbestattung – eine zweite Leichenschau verpflichtend. Weitere technische und umweltrechtliche Details sollen per Verordnung geregelt werden, während der Friedhofszwang bestehen bleibt.
Die UOJ berichtete zuvor, dass erstmals seit 40 Jahren in Norwegen wieder ein „Marsch für das Leben“ stattfand.
Lesen Sie auch
Bibel-Influencer in Wien verprügelt und zu Video gezwungen
18-Jähriger berichtete von Angriff durch zwei Jugendliche in Favoriten – Polizei ermittelt wegen Nötigung und Körperverletzung.
Schweiz: Protestantische Hochschule verliert Akkreditierung wegen Frauenquote
Bundesverwaltungsgericht bestätigte den Entzug der Akkreditierung für die Staatsunabhängige Theologische Hochschule Basel.
In Nigeria töten Fulani-Milizen 15 weitere Christen innerhalb einer Woche
Bewaffnete Radikale verübten eine Reihe nächtlicher Angriffe und Hinterhalte auf sieben christliche Ortschaften in Nigeria.
Priesterausbilder warnte vor Begriff „Christozid“ im Heiligen Land
Bernard Poggi betont trotz der Bedrängnis der Christen den Dienst der Kirche an allen Menschen.
Patriarch Theophilos III. verlieh dem bulgarischen Patriarchen einen Orden
Der Jerusalemer Patriarch bezeichnete die Auszeichnung als Anerkennung des ersthierarchischen Dienstes von Patriarch Daniil und seiner Liebe zum Heiligen Land.
Orthodoxe Kirchenvertreter berieten über künftige Projekte mit der EU
CROCEU-Mitglieder aus mehreren orthodoxen Ortskirchen trafen sich in Brüssel zur Koordinierung gemeinsamer Initiativen und Veranstaltungen