Priester Matthias Fröse: Orthodoxie kennt keine nationalen Grenzen

Priester Matthias Fröse betonte: „Christus verbindet die Heiligen aller Völker“ und ruft dazu auf, die geistlichen Wurzeln auch in Deutschland neu zu entdecken. Foto: Screenshot YouTube

Am zweiten Sonntag nach Pfingsten (14. Juni 2026) sprach Priester Matthias Fröse von der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Christophorus in Mainz in der Außenstelle Meisenheim über die universale Bedeutung der Heiligkeit und die Frage nach der geistlichen Heimat der Orthodoxie. Die Predigt wurde auf dem YouTube-Kanal der Gemeinde veröffentlicht.

Ausgehend vom Gedenken aller Heiligen betonte Priester Matthias Fröse, dass die Kirche nach Pfingsten bewusst auf die Heiligen einzelner Länder blicke. Diese zeigten, dass die Gnade Gottes konkret in Geschichte, Orten und Kulturen wirke, ohne an nationale Grenzen gebunden zu sein. Heiligkeit sei „universal, aber nicht abstrakt“, sondern nehme Gestalt im Leben konkreter Menschen an.

Mit Blick auf die Heiligen Russlands und der deutschen Lande unterstrich der Priester, dass nicht Herkunft oder Kultur das Entscheidende seien, sondern die Zugehörigkeit zu Christus. „Nicht ein weltliches Programm, auch nicht nationale Größe. Christus verbindet sie“, sagte er. Gerade die Märtyrer zeigten, dass Heiligkeit sich in Zeiten der Prüfung bewähre und aus Treue zu Christus wachse.

Für orthodoxe Christen in Deutschland stellte der Geistliche die Frage nach Identität und Zugehörigkeit in den Mittelpunkt. Die Gläubigen seien nicht „geistlich heimatlos“, sondern stünden gemeinsam mit den Heiligen aller Zeiten vor Gott. Die Geschichte des Landes sei auch geistlich geprägt und dürfe neu entdeckt werden. „Wenn wir hier in Deutschland orthodox leben, dann bedeutet das nicht, dass wir etwas Fremdes über dieses Land legen. Es bedeutet viel mehr, dass wir die tiefere geistliche Erinnerung dieses Landes wiederentdecken.“

Abschließend rief der Prediger dazu auf, Heiligkeit im eigenen Leben konkret zu beginnen – im Gebet, in der Umkehr und in der Treue im Alltag. Die Heiligen seien nicht fern, sondern lebendige Zeugen, die zum gleichen Weg einladen: Christus nachzufolgen und Gott nicht zu vergessen.

Die UOJ berichtete zuvor, dass in Offenbach die Weihe einer rumänisch-orthodoxen Kirche stattfand.

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