Priester Roman Bannak: „Fundament des Lebens ist die Vereinigung mit Christus“

Die Kirche des heiligen Simeon in Dresden war am Samstag Ort der Liturgie und der Predigten mit aktuellem geistlichen Bezug – in der Mitte Erzbischof Tichon, links Priester Roman Bannak. Foto: Diözese

In der russisch-orthodoxen Kirche in Dresden wurde am 6. Juni 2026 die Göttliche Liturgie zum Gedenktag des heiligen Simeon Stylites dem Jüngeren vom Wunderbaren Berg gefeiert. Im Zentrum standen die Predigten von Erzbischof Tichon von Rusa, Administrator der Diözese von Berlin und Deutschland der Russischen Orthodoxen Kirche, und von Pfarrer Roman Bannak. Beide stellten einen Bezug zwischen dem Leben des Säulenheiligen und den Herausforderungen heutiger Gläubiger her, wie die Diözese auf ihrer Webseite berichtete.

Priester Roman Bannak stellte in seiner Predigt vor der Gemeinde in Dresden die Frage nach der Bedeutung eines radikal asketischen Heiligen für das heutige Leben. Der heilige Simeon (521–592) erscheine auf den ersten Blick weit entfernt von der modernen Lebensrealität. Doch entscheidend sei nicht die äußere Form seines Lebens, sondern dessen innerer Kern: die konsequente Ausrichtung auf die Gemeinschaft mit Christus. Genau diese sei auch heute in jeder Liturgie erfahrbar – nicht als außergewöhnliches Wunder, sondern als geistliche Wirklichkeit im Alltag der Gläubigen.

Damit rückte für den Geistlichen eine zentrale Herausforderung der Gegenwart in den Fokus: den Glauben nicht auf äußere Erwartungen oder kurzfristige Hilfe zu reduzieren, sondern eine echte Sehnsucht nach Gott zu entwickeln. Christen heute müssten keine Säulenheiligen werden, wohl aber lernen, im gewöhnlichen Leben Raum für diese innere Ausrichtung zu schaffen. Die Predigt deutet damit den Glauben als bewusste Entscheidung im Alltag – jenseits von Ablenkung, Routine und bloßem Wunschdenken.

Erzbischof Tichon knüpfte in seinem Wort an die Gemeinde daran an und betonte die fortwährende Wirkung des Heiligen Geistes in der Kirche bis heute. Die Heiligen seien kein fernes historisches Phänomen, sondern lebendige Beispiele dafür, wie ein Leben in der Nachfolge Christi gelingen könne. Ihr Zeugnis zeige, dass geistliches Wachstum auch unter schwierigen Bedingungen möglich sei und gerade in der heutigen Welt Orientierung geben könne.

Für die Gegenwart leitete Erzbischof Tichon daraus eine klare Aufgabe ab: Gläubige seien aufgerufen, ihr Leben aktiv an Christus auszurichten, die Gebote ernst zu nehmen und sich nicht von gesellschaftlichen Einflüssen vom Glauben abbringen zu lassen. Die Nachahmung der Heiligen bedeute heute vor allem Standhaftigkeit, Liebe zu Gott und zum Nächsten sowie die bewusste Entscheidung, den Glauben auch öffentlich zu bekennen.

Die UOJ berichtete zuvor, dass in Rumänien zwei Nonnen für ihr einfaches Leben heiliggesprochen wurden.

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