Erzbischof Tichon betonte die Bedeutung der Gebete für die Verstorbenen
Gottesdienst und Totengedenken auf dem russisch-orthodoxen Friedhof in Berlin-Tegel am Dreifaltigkeitssamstag. Foto: Diözese
Am Dreifaltigkeitssamstag (30. Mai 2026) hat Erzbischof Tichon von Rusa, Administrator der Diözese von Berlin und Deutschland der Russischen Orthodoxen Kirche, auf dem russisch-orthodoxen Friedhof in Berlin-Tegel die Göttliche Liturgie und einen Gedenkgottesdienst für die Verstorbenen zelebriert. Im Mittelpunkt stand seine Predigt über Sinn und Bedeutung des Gebets für die Entschlafenen, wie die Diözese auf ihrer Webseite berichtete.
Erzbischof Tichon hob hervor, dass das Gedenken an die Verstorbenen untrennbar mit dem Glauben an die Auferstehung und das ewige Leben verbunden sei. Die Kirche verstehe sich als Einheit von Lebenden und Entschlafenen, in der es „keine Toten, sondern nur Lebende“ gebe. Der Tod erscheine aus christlicher Sicht nicht als endgültiges Ende, sondern als Übergang in das ewige Leben, während die eigentliche Gefahr in der Trennung von Gott durch die Sünde liege.
Besonderes Gewicht legte er auf die geistliche Not der Verstorbenen. Nach orthodoxem Verständnis könnten Seelen nach dem Tod nicht mehr aus eigener Kraft zur Umkehr gelangen. Umso wichtiger seien die Fürbitten der Kirche sowie Gebete von Angehörigen und Werke der Barmherzigkeit. Diese könnten den Verstorbenen Hilfe und Linderung verschaffen und seien Ausdruck der fortbestehenden Gemeinschaft über den Tod hinaus.
Zudem unterstrich der Erzbischof die zentrale Rolle der Liturgie für das Totengedenken. Die kirchlichen Gebete, insbesondere während der Eucharistie, hätten eine besondere Kraft für das Seelenheil der Entschlafenen. Gerade für jene, die keine Fürsprecher mehr hätten, sei das Gebet der Kirche von großer Bedeutung.
Abschließend rief er dazu auf, das eigene Leben im Licht der Vergänglichkeit zu betrachten. Die Erinnerung an den Tod solle nicht zur Verzweiflung führen, sondern zur Besinnung und zur Hoffnung auf Gott. Trost und Sinn finde der Mensch allein im Glauben an die Auferstehung und in der Hoffnung auf das ewige Leben.
Die UOJ berichtete zuvor, dass in der rumänisch-orthodoxen Kapelle in Wien eine Ikonenausstellung eröffnet wurde.
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