Religionsbeauftragter sorgt sich um die Sicherheit der Christen in Israel
Thomas Rachel zieht nach einem Jahr im Amt eine kritische Bilanz zur weltweiten Lage der Religionsfreiheit. Foto: Wikipedia
Ein Jahr nach Amtsantritt warnt der Beauftragte der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit vor einer weltweiten Verschärfung der Lage. Besonders im Heiligen Land sieht Thomas Rachel dringenden Handlungsbedarf – auch Israel stehe in der Pflicht, Christen wirksam zu schützen, sagte er in einem Interview mit katholisch.de.
Nach zwölf Monaten im Amt beschreibt Thomas Rachel die Religionsfreiheit weltweit als „massiv unter Druck“. Autoritäre Entwicklungen gingen häufig mit der Einschränkung grundlegender Rechte wie Meinungs- und Pressefreiheit einher. Millionen Christen seien von Diskriminierung und Verfolgung betroffen, wie aktuelle internationale Berichte zeigten.
Besondere Aufmerksamkeit richtet Rachel auf das Heilige Land. Dort nehme die Zahl der Übergriffe auf Christen spürbar zu, etwa in Jerusalem und im Westjordanland. Angriffe auf Geistliche sowie Gewalt durch extremistische Siedler bezeichnete er als inakzeptabel. Der Staat Israel habe die klare Verantwortung, die Sicherheit aller religiösen Gruppen zu gewährleisten und eine weitere Verdrängung christlicher Gemeinschaften zu verhindern.
Neben der Lage im Nahen Osten verwies Rachel auch auf drastische Gewalt etwa in Nigeria, wo tausende Christen Opfer tödlicher Angriffe werden. Deutschland unterstütze dort Dialoginitiativen zwischen Religionsgemeinschaften, um Spannungen abzubauen und Extremismus entgegenzuwirken.
Rachel betonte, dass Religionsfreiheit ein Gradmesser für den Zustand anderer Freiheitsrechte sei. Mit Blick auf internationale Konflikte unterstrich er die Bedeutung des interreligiösen Dialogs und zitierte den Theologen Hans Küng mit den Worten: „Kein Weltfrieden ohne Religionsfrieden.“
Die UOJ berichtete zuvor über das Gedenken der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland an Erzbischof Agapit in Stuttgart und Wiesbaden.
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