Orthodoxie als Wiederbelebung des alten Glaubens in deutscher Sprache
Priester Matthias Fröse verbindet das Erbe von Nizäa mit der Aufgabe, den Glauben heute verständlich weiterzugeben. Foto: Screenshot YouTube
Zum Sonntag der 318 gotttragenden Väter von Nizäa (24. Mai 2026) sprach Priester Matthias Fröse von der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Christophorus in Mainz in der Außenstelle Meisenheim über die Bewahrung des unveränderten Glaubens, die Einheit in Christus und die Bedeutung einer verständlichen Verkündigung in deutscher Sprache. Die Predigt wurde auf dem YouTube-Kanal der Gemeinde veröffentlicht.
Ausgehend vom sogenannten hohenpriesterlichen Gebet Jesu betonte Priester Matthias Fröse, dass die Einheit der Kirche nicht menschlich herstellbar sei, sondern allein aus der Wahrheit über Christus hervorgehe. Diese Wahrheit sei auf dem Ersten Ökumenischen Konzil in Nizäa verteidigt worden: Christus sei „wahrer Gott vom wahren Gott“ – eine Lehre, die nicht abstrakte Dogmatik, sondern Grundlage des Heils sei.
In diesem Zusammenhang erinnerte der Geistliche auch an die heiligen Kyrill und Methodius, die den unveränderten Glauben in die Sprache der slawischen Völker übersetzten, ohne ihn anzupassen. Daraus leitete er eine Parallele zur heutigen Situation in Deutschland ab: Orthodoxie sei dort keine Neuerfindung, sondern eine Wiederbelebung des Glaubens der ungeteilten Kirche, der bereits in den frühen Heiligen der deutschen Lande verwurzelt sei.
Deutschsprachige Orthodoxie bedeute daher weder Anpassung an den Zeitgeist noch ein Festhalten an unverständlichen Formen. Vielmehr gehe es darum, den Glauben unverändert zu bewahren und zugleich so zu verkünden, dass er verstanden und gelebt werden könne. Zwei Irrwege gelte es zu vermeiden: eine sprachlose Tradition ebenso wie eine inhaltlich verwässerte Verkündigung.
Abschließend rief Priester Matthias Fröse dazu auf, den Glauben nicht nur in Worten, sondern im eigenen Leben sichtbar werden zu lassen. Die Weitergabe der Orthodoxie geschehe durch konkrete Zeugnisse im Alltag – in Familien, Gemeinden und im persönlichen Verhalten. Christus selbst bete für diese Einheit und Bewahrung der Gläubigen.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Patriarch Daniel vor einer Krise der Familie warnte und mehr Unterstützung forderte.
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