Priester Konstantin Anikin: „Unser Ziel ist es, Menschen in Christus zu werden“
Priester Konstantin Anikin predigte in Berlin. Foto: Screenshot YouTube
Zum Hochfest Christi Himmelfahrt am 21. Mai 2026 predigte Priester Konstantin Anikin in der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Isidor zu Berlin über die Erhöhung der menschlichen Natur durch Christus und die Berufung des Menschen zum himmlischen Leben. Die Gemeinde veröffentlicht die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.
Im Zentrum der Predigt von Priester Konstantin Anikin stand die Bedeutung der Himmelfahrt Christi für das christliche Menschenbild. Christus habe durch seine Menschwerdung und seine Auffahrt zum Vater gezeigt, „wie hoch unsere Stellung ist“ und welchen Platz der Mensch bei Gott einnimmt. Diese Wahrheit sei den Jüngern erst nach der Auferstehung vollständig erschlossen worden, als ihnen „die Augen zum Verständnis der Schrift geöffnet wurden“.
Zugleich erinnerte der Prediger daran, dass der Weg des Glaubens auch von Zweifeln geprägt sein könne. Die Jünger hätten sich nach der Himmelfahrt allein auf ihren Glauben stützen müssen, seien jedoch schließlich von großer Freude erfüllt worden, da sich die Verheißungen über den Messias erfüllt hätten. Diese Spannung zwischen Zweifel und Vertrauen gehöre wesentlich zum geistlichen Leben.
Der Geistliche hob hervor, dass das Ziel des Christen darin bestehe, „Menschen in Christus“ zu werden. Grundlage dafür seien die Taufe und das Leben in der kirchlichen Gemeinschaft. Einheit im Glauben sei dabei entscheidend, da Spaltungen die Kirche gefährdeten. Der Prediger warnte vor einem oberflächlichen Christentum und verwies auf die Kirchenväter, die Missstände im kirchlichen Leben bereits in der Antike kritisiert hätten.
Abschließend rief er dazu auf, die österliche Freude dauerhaft im Alltag zu bewahren. Jeder Sonntag sei ein „kleines Osterfest“, das an die Auferstehung erinnere. Wer im geistlichen Leben wachse, könne Anteil an der erhöhten menschlichen Natur Christi gewinnen und so „Teil der himmlischen Kirche werden“.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Behörden in Tschechien Metropolit Hilarion festnahmen.
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