Studie zweifelt an häufig genannten Zahlen orthodoxer Christen in Deutschland
Religionswissenschaftler Carsten Frerk. Foto: Deutschlandfunk
Am 21. Mai veröffentlichte der Religionswissenschaftler Carsten Frerk eine umfangreiche Analyse zur Zahl der orthodoxen Christen in Deutschland. Darin kritisiert er verbreitete Angaben über rund vier Millionen Orthodoxe als methodisch fragwürdig und teilweise unrealistisch. Über die Studie wurde unter anderem auf dem religionswissenschaftlichen Portal fowid berichtet.
Frerk erklärt, dass viele Schätzungen lediglich auf Migrationszahlen und Religionsverhältnisse in den Herkunftsländern basieren. Am Beispiel der Bulgarisch-Orthodoxen Kirche zeigt er, dass Faktoren wie Altersstruktur, Aufenthaltsdauer oder tatsächliche Religionspraxis häufig nicht ausreichend berücksichtigt würden. Nach seiner Einschätzung liege die realistische Zahl der orthodoxen Christen in Deutschland eher zwischen 1,3 und 1,5 Millionen.
Zugleich kritisiert der Autor, dass sich Schätzungen durch ständige Wiederholung in Medien, kirchlichen Stellungnahmen und Statistiken zunehmend als gesicherte Zahlen etabliert hätten. Besonders nach dem starken Zuzug aus der Ukraine seien viele Angaben deutlich gestiegen, ohne dass dafür eindeutige demografische Nachweise vorlägen.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass der Jerusalemer Abt die zunehmende Gewalt gegen Christen beklagte.
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