„Ohne Glauben wird die Gesellschaft zum Spielball dunkler Kräfte“

Metropolit Silouan betonte in seiner Predigt im Sava-Tempel die geistliche Erneuerung des Menschen und die Bedeutung des Glaubens für Gesellschaft und Kirche. Foto: Patriarchat
Bei der Heiligen Liturgie am Sonntag, dem 17. Mai 2026, in der serbisch-orthodoxen Kirche des Heiligen Sava in Belgrad stand die geistliche Blindheit des Menschen im Mittelpunkt. Metropolit Silouan entfaltete in seiner Predigt eine eindringliche Deutung des Evangeliums, während Patriarch Porfirije die Gläubigen zur inneren Erneuerung aufrief. Darüber berichtete das Patriarchat auf seiner Webseite.
Im Mittelpunkt stand die Predigt von Metropolit Silouan, Bischof von Australien und Neuseeland, der ein eindringliches Bild einer Welt ohne Christus zeichnete: Ohne Menschwerdung, Auferstehung und Pfingsten wäre die Welt ein „weinendes Tal“, geprägt von geistiger Blindheit und Gefangenschaft in Sünde und Tod. Der Mensch ohne Christus bleibe in Finsternis und sei Kräften ausgeliefert, die ihn von Gott trennen. Erst durch das Kommen Christi sei die Welt zu einem Ort von Hoffnung, Trost und Liebe geworden.
Zentral war dabei das Bild des Teiches Siloah aus dem Evangelium (Joh 9,1–38): Christus schenke dem Menschen geistiges Augenlicht und Heilung. Diese Gnade wirke fort in den Sakramenten der Kirche, besonders in Taufe, Buße und Eucharistie. Metropolit Silouan betonte den ständigen inneren Kampf des Menschen und rief zur Umkehr, zum Gebet und zur bewussten Rückkehr in die Gemeinschaft der Kirche auf, die er als eigentlichen Ort des Heils bezeichnete.
Zugleich verband der Metropolit seine Ausführungen mit einem Aufruf zur kirchlichen Einheit und zur Treue zur orthodoxen Tradition. In Anlehnung an serbische geistliche Traditionen hob er hervor, dass die Erneuerung des Glaubenslebens auch gesellschaftliche Folgen habe: Frieden, Harmonie und geistliche Stärke seien nur durch eine Rückkehr zu Gott möglich.
Am Ende der Liturgie wandte sich Patriarch Porfirije mit dem Ostergruß „Christus ist auferstanden!“ an die Gläubigen. In seiner Ansprache bat er um die Heilung der „geistigen Augen“, die durch Sünde und Entfremdung verdunkelt seien. Der Mensch solle durch Gottes Gnade wieder zu einem klaren geistlichen Sehen gelangen und so zur Ganzheit und Erlösung finden.
Die UOJ berichtete zuvor, dass eine zweisprachige Broschüre über den Heiligen Arsenie von Prislop erschienen ist.
Lesen Sie auch
Georgischer Patriarch empfing Delegation des Ökumenischen Patriarchats
Patriarch Schio und Metropolit Arsenios (Kardamakis) erörterten die Unterstützung der georgischen Gemeinde in Österreich.
Das Kreuz als Ursymbol: Altvater Johannes spricht über die Vielfalt der Kreuzformen
Altvater Johannes von Buchhagen hielt an der Universität des hl. Clemens von Ochrid einen Vortrag über die Symbolik des Heiligen Kreuzes, von urgeschichtlichen Sonnenzeichen bis zu den Kreuzen der Gegenwart.
Abt Daniil: Vergebung bedeutet, auf Rache zu verzichten
Predigt im russisch-orthodoxen Kloster des Heiligen Georg in Götschendorf über den praktischen Umgang mit Verletzungen und Kränkungen.
Pastoralkonferenz befasste sich mit Vigil und Göttlicher Liturgie
Erzbischof Tichon von Rusa und Erzpriester Oleg Ewseew referierten in Dortmund über praktische Gestaltung der Gottesdienste und theologisches Verständnis.
Abt Johannes: „Das Heilige tragen“ beginnt mit der eigenen Heiligung
Klostervorsteher in Buchhagen ruft orthodoxe Christen in Deutschland zu persönlicher Umkehr, zum Dienst am Nächsten und zur Verwurzelung der Kirche im Land auf.
Russisch-orthodoxe Kirche gedachte Synaxis der Heiligen der deutschen Lande
Erzpriester Dionisij Idavajn deutete vor der Ikone die Heiligen des ersten Jahrtausends als geistliche Vorfahren der heutigen orthodoxen Christen in Deutschland.