Kroatien präsentierte im Finale des Eurovision Song Contest ein Lied über das Gedächtnis der Christen auf dem Balkan
Auftritt der kroatischen Gruppe LELEK mit dem Lied „Andromeda“ beim Finale des Eurovision Song Contest 2026. Screenshot: YouTube / Eurovision Song Contest.
Am 16. Mai 2026 trat Kroatien im Finale des Eurovision Song Contest 2026 mit dem Lied „Andromeda“ der Gruppe LELEK auf.
Die Komposition ist dem Andenken der kroatischen Katholiken auf dem Balkan während der Zeit des Osmanischen Reiches gewidmet. Für Bosnien und Herzegowina dauerte diese Epoche vom 15. Jahrhundert bis 1878: Bosnien wurde 1463 von den Osmanen erobert, Herzegowina 1482, und 1878 ging die Verwaltung der Region an Österreich-Ungarn über.
Das Hauptthema des Liedes ist die Angst vor Gewalt, Versklavung und Freiheitsverlust, welche christliche Familien jener Zeit erlebten. Dies kommt direkt im Liedtext zum Ausdruck:
Wenn du eine Kerze anzündest, frage deine Großmutter,
warum sie ihre Töchter in Angst geboren hat.
Warum haben viele den Friedhof gewählt?
Unsere Mütter haben keine Sklaven geboren.
Die Zeile „Unsere Mütter haben keine Sklaven geboren“ bildet den zentralen Gedanken des Liedes — Widerstand gegen Unterdrückung und die Bewahrung der Würde.
Gleichzeitig ist das Lied selbst weder kirchlich noch streng christlich in seiner Form. Es enthält mythologische und folkloristische Elemente: Der Titel verweist auf Andromeda aus der griechischen Mythologie, zudem findet sich im Text eine Anrufung der „Mutter Erde“. Daher kann die Komposition als eine Verbindung christlicher Erinnerungskultur mit heidnisch-folklorischer Symbolik verstanden werden.
Die visuelle Symbolik der Bühnenperformance griff außerdem Motive des Sicanje auf — traditionelle Kreuz-Tätowierungen und Ornamente unter kroatischen Katholiken in Bosnien und Herzegowina. Im Kontext des Liedes dienen sie jedoch als Symbol für Erinnerung, Leid und Widerstand.
Zuvor berichtete UOJ, dass in Großbritannien Tausende Menschen gegen die Islamisierung des Landes demonstrierten.
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