Bischof Hiob (ROKA): Die orthodoxe Kirche in Deutschland strebt danach, Landeskirche zu werden

Bischof Hiob von Stuttgart. Foto: UOJ in Deutschland

Am 10. Mai 2026 hielt Bischof Hiob von Stuttgart auf einer Konferenz in Blutenburg (München) anlässlich des 100-jährigen Bestehens der deutschen Diözese der Russischen Auslandskirche einen programmatischen Vortrag über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der orthodoxen Präsenz in Deutschland.

Der Bischof hob sechs historische Etappen dieser Präsenz hervor – von den diplomatischen Kapellen der Zarenzeit bis zur heutigen Welle ukrainischer Flüchtlinge – und zeigte auf, dass sich hinter all diesen Veränderungen ein roter Faden zieht: das Bestreben der Kirche, auf deutschem Boden Wurzeln zu schlagen.

Im Hinblick auf die Herausforderungen der Zukunft rief Bischof Hiob die Gemeinden dazu auf, die „Gastmentalität“ zu überwinden – das Selbstverständnis als Fremde in einem fremden Land: „Gemeinsam mit den anderen in Deutschland vertretenen orthodoxen Kirchen haben wir das Recht und die Pflicht, uns auch als Ortskirche, als lokale Kirche zu verstehen. Das ist ein Ziel, kein Anspruch.“

Als weitere Herausforderung nannte der Bischof den allmählichen Verlust der russischen Sprache unter den Nachkommen der Emigranten: „Wenn sie mit der Sprache nicht auch den orthodoxen Glauben verlieren sollen, muss die deutschsprachige Orthodoxie zu einem untrennbaren Bestandteil des kirchlichen Lebens werden.“

Zuvor hatte die UOJ über die wissenschaftliche Konferenz „Erbe und Berufung“ auf Schloss Blutenburg berichtet.

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