„Wir dürfen und müssen uns jedoch auch als „Kirche vor Ort“, als Ortskirche verstehen.“ – Bischof Hiob von Stuttgart

Bischof Hiob von Stuttgart. Foto: UOJ

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der deutschen Diözese der ROKA fand in Blutenburg eine Konferenz statt, die der Geschichte, der gegenwärtigen Lage und der Zukunft der Russischen Auslandskirche in Deutschland gewidmet war.

Auf der Konferenz, die vom 6. bis 8. Mai 2026 stattfand, wurden mehrere Vorträge von Bischof Hiob von Stuttgart gehalten, die der Geschichte der Diözese, ihrem geistlichen Erbe und den Aufgaben des orthodoxen Zeugnisses in Deutschland gewidmet waren.

Mit dem Segen von Bischof Hiob veröffentlicht die UOJ einen seiner Vorträge.

Bischof Hiob von Stuttgart während seines Vortrags auf der Konferenz in Blutenburg. Foto: Mikolaj Dadela, ROKA

Zwischen Regime-Flucht und kultureller Begegnung, zwischen pastoraler Kontinuität und demographischem Wandel. Die Deutsche Diözese der ROKA in ihrem Selbstverständnis.

Eminenzen, Exzellenzen, Hochwürdige Väter und Mütter, (Ehrengäste namentlich), liebe Brüder und Schwestern,

Wir begehen heute das hundertjährige Jubiläum der deutschen Diözese der Russischen Auslandskirche, der ältesten orthodoxen Kirchenstruktur auf deutschem Boden.

Angesichts ihrer dichten und wechselhaften Geschichte ist es keine leichte Aufgabe, die deutsche Diözese in einem Vortrag umfassend zu beschreiben und zu würdigen. Das können die zahlreichen wissenschaftlichen Vorträge der nächsten Tage besser leisten. Ich möchte vielmehr auf die Kontinuität ihrer Mission, ihres Selbstverständnisses eingehen, die sich durch ihre Geschichte bis in die Gegenwart nachverfolgen lässt.

Dabei komme ich nicht umhin, die verschiedenen Phasen ihres Wirkens auf deutschem Boden zu skizzieren.

Phasen der Geschichte

Wir können die Präsenz der russischen orthodoxen Kirche in Deutschland grob in sechs Epochen unterteilen.

  1. Es sind zunächst Kapellen und Kirchen, die als Folge diplomatischer Beziehungen zwischen dem russischen Zarenreich und deutschen Fürsten, Königen und Kaisern errichtet und z.B. von eingeheirateten russischen Prinzessinnen oder Diplomaten in russischen Botschaften genutzt wurden.
  2. Dann kamen, mit dem Ausbau der Eisenbahn, gegen Ende des 19. Jh. russische Adelige, Künstler und Literaten in die deutschen Kurorte und bauten für die Wochen und Monate, die sie dort verbrachten, auch orthodoxe Kirchen. Manche blieben auch ewige Kurgäste, manche erlagen ihren Leiden und wurden hier von russischen Priestern beerdigt. Ein gewisses Gemeindeleben in diesem Rahmen war durchaus vorhanden.
  3. Revolution und Bürgerkrieg verschlug große Teile der russischen Oberschicht ins Ausland: Adelige, Militärs, Intellektuelle, Kleriker und Beamte. Sie führten in der Diaspora ein reges kulturelles und kirchliches Leben und hofften gleichzeitig auf ein baldiges Ende des Sowjetregimes. Sie schufen Gemeinden, Pfadfinder/Verbände, Gymnasien, kirchliche und nichtkirchliche Zeitschriften und richteten Konzerte und Literatur-Abende aus. Die Russische Auslandskirche organisierte sich daneben als einheitliche und zentral verwaltete Struktur, die zwischen Konstantinopel und Paris, zwischen Shanghai und New York das kirchliche Leben der Migranten ermöglichte.
  4. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war eine große Menge Flüchtlinge aus den Ländern der Sowjetunion in Deutschland gestrandet, die vor dem Stalin-Terror, Kirchenverfolgung und den Schrecken des Krieges geflohen waren. Dazu kamen Kriegsgefangene, die in Deutschland als Zwangsarbeiter eingesetzt worden waren. Ein Großteil von ihnen wurde auf Wunsch Stalins von den westlichen Alliierten in die Sowjetunion zwangsdeportiert. Nur Wenige konnten sich der Auslieferung entziehen und die Meisten davon wiederum taten alles daran, um weiter gen Westen zu emigrieren. Zurück blieben nur wenige.
  5. Mit dem Zerfall der Sowjetunion kamen neue Migrationswellen in Deutschland an. Die größten Gruppen waren Menschen mit jüdischen Wurzeln und die sog. Russlanddeutschen, deren Vorfahren einst von den Zaren Peter dem Großen und Katharina der Großen nach Russland eingeladen worden waren. Viele von diesen beiden Gruppen waren und sind orthodoxe Christen, welche die Kirchengemeinden hierzulande mit neuen Leben erfüllten.
  6. In unserer Gegenwart schließlich erleben wir die neueste Welle von Flüchtlingen aus der kriegsversehrten Ukraine und die bemerkenswerte Aufnahme- und Hilfsbereitschaft des deutschen Staates seit Beginn dieses Konfliktes. Auch unsere Gemeinden haben die Ukrainer mit offenen Armen empfangen und gleichzeitig humanitäre Hilfe für die Ukraine organisiert. Da die kanonische Ukrainische Orthodoxe Kirche im eigenen Land zunehmenden Repressalien ausgesetzt ist, sind auch viele Kleriker unter den Flüchtlingen. Eine Mehrheit von ihnen hat sich in unsere Diözese integriert

Flut und Ebbe?

Es ist also auf der einen Seite die, möchte man sagen, typische Geschichte einer Diaspora – d.h. immer neue Wellen von Immigranten, die aus verschiedensten Gründen nach Deutschland gekommen sind, manche, um so bald wie möglich in ihre Heimat zurückzukehren, andere, um weiterzuziehen, wieder andere, um zu bleiben. Ein Wechselspiel also immer neuer Wellen und ihrer Versickerung bzw. Assimilierung.

Auf der anderen Seite ist es die Geschichte einer kirchlichen Organisation, die im Laufe von über hundert Jahren hierzulande Fuß gefasst, sich etabliert hat und nach einer kontinuierlichen, nach einer authentischen Mission in und für Deutschland strebt.

Wie passen diese beiden Seiten zusammen? Lässt sich angesichts der immer wieder neu formierten orthodoxen Präsenz auf deutschem Boden überhaupt eine kontinuierliche Geschichte der deutschen Diözese erzählen? Spiegelt sie gar nur die Interessen der jeweiligen Migranten-Generation wider und bleibt für immer ein Fremdkörper in diesem Land?

Ich möchte dies entschieden verneinen. Erlauben Sie mir, das durch die Betrachtung einiger Beispiele aus der Geschichte unserer Diözese zu demonstrieren.

(Wir wollen Kirchenmänner, denen wir die Diözese, wie sie heute dasteht, zu verdanken haben, dahingegen befragen, welche eigentliche Intention hinter ihrem Handeln lag.)

Die Pflanze der Orthodoxie

Was hat im 19. Jh. Mitglieder der russischen Zarenfamilie und Adelige dazu bewegt, in Deutschland und insgesamt in Westeuropa etwa zwei Dutzend prunkvolle orthodoxe Kirchen im traditionell russischen Stil bauen zu lassen?

Diese schmuckvollen Kirchen kann man wie erste Pflanzungen des orthodoxen Bekenntnisses in Westeuropa betrachten. Ein bezeichnendes Beispiel ist für mich das Zeugnis des Erzpriesters Vladimir Levitzkij, der sich ab der zweiten Hälfte des 19. Jhds. in Florenz für den Bau einer russischen Kirche im traditionell russischen Stil einsetzte. Natürlich ist Florenz nicht irgendeine Stadt in Westeuropa, sondern der Ort des Unionskonzils von Ferrara-Florenz, d.h. ein Ort einer sehr spezifischen Begegnung zwischen westlichem und östlichem Christentum. Für Erzpriester Vladimir Levitzkij ging es mithin um nicht weniger, als „die Ehre der Orthodoxen in jener Stadt wiederherzustellen, in der sie einst eine große Niederlage erlitt.“ Als architektonische Wahrzeichen bezeugen die Zaren-Kirchen also die Schönheit und Würde der Orthodoxie, welche hier im Westen lange gering geachtet, ignoriert und verdrängt worden war.

Was hat im Jahre 1890 Erzpriester Aleksej Malzew dazu motiviert, deutsche Übersetzungen kirchenslawischer Gottesdiensttexte herauszugeben?

Konkret hatte Erzpriester Aleksej die Nachfahren jener Russen in der Kolonie Alexandrowka in Potsdam vor Augen, welche hundert Jahre nach ihrer Ansiedlung kaum noch russisch verstanden. Doch sein ambitioniertes Publikationsprojekt versuchte darüber hinaus, einem deutschen Publikum erstmals den Reichtum der orthodoxen Liturgie näher zu bringen. Davon zeugen insbesondere die langen Einleitungen und Erklärungen zu jedem Teil seiner Übersetzungen. Die vierzehn dicken Bände zweisprachiger Gottesdienstbücher waren natürlich auch für den Gebrauch gedacht. Malzew sah schon damals eine Chance für eine deutschsprachige Orthodoxie über die russische Kolonie hinaus. Er verstand, dass die orthodoxe Tradition in Deutschland nur dann über Generationen hinweg lebensfähig sein kann, wenn sie in die deutsche Sprache übertragen wird. Damit wies sein Übersetzungswerk weit über seine Zeit und den konkreten Anlass hinaus und fügt sich in das Bild von der in Deutschland noch fremden Pflanze der Orthodoxie, die sich zum Überleben nun an den neuen Boden anzupassen beginnt.

Was ging Bischof Tichon durch den Kopf, als er 1936 als Diözesanbischof die Grundsteinlegung der Christi-Auferstehungs-Kathedrale in Berlin vollzog, welche mit großzügigen Zuschüssen des Reichskirchenministeriums gebaut werden konnte?

Diese neue Kathedrale in Berlin darf nicht etwa nur als Propaganda-Stück des Nationalsozialistischen Regimes missverstanden werden, das die Osterweiterung des Reiches vorbereiten sollte. Die russische Diasporagemeinde in Berlin hatte ihre vorherige Kirche in der großen Wirtschaftskrise 1928 verloren. Der Erwerb bzw. Bau einer neuen Kirche wurde schon lange angestrebt. Nach meiner Einschätzung war die abwägende Politik der Diözesanbischöfe hauptsächlich auf die Nöte der Diaspora-Gemeinde ausgerichtet. Dank dieser klaren Fokussierung hat sie der Kirche weder damals noch im Nachhinein geschadet. Im Gegenteil: Vorwürfe der Kollaboration oder Instrumentalisierung wurden historisch widerlegt und mehrfach auch rechtskräftig ausgeräumt. Der Bau der Kathedral-Kirche am Hohenzollerndamm in Berlin markiert den Beginn einer neuen Phase russischer Präsenz hierzulande. Nicht zum ersten Mal baut die Diaspora-Gemeinde eine Kirche, die Ausdruck ihrer Integration und Zugehörigkeit in Deutschland ist. Man baut für sich – man baut, um zu bleiben. Die Pflanze der Orthodoxie beginnt sich ein eigenes Ökosystem zu schaffen, in dem sie überleben kann.

Was bewegte den jungen Chemnitzer Michael Arndt, sich in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts dem orthodoxen Glauben anzuschließen, und zwar gerade in der Mannheimer Gemeinde der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland? Und was brachte ihn in der Folge dazu, als Mönch, Priester und schließlich Bischof dieser Kirche ein Leben lang, bis heute zu dienen?

Metropolit Mark, vor seiner Mönchsweihe Dr. Michael Arndt, hatte von Anfang an ein besonderes Verhältnis zu Russland. Er erlebte mit vier Jahren das Ende des II. Weltkriegs, die sowjetische Besatzung seiner Heimat, die Vertreibung und sogar Ermordung seiner Verwandten aus Ostpreussen, er warf als Zwölfjähriger beim Aufstand des 17. Juni 1953 Steine auf sowjetische Panzer, floh mit seiner Familie in den Westen und erlebte in Frankfurt den Höhepunkt des Kalten Krieges, der ihn motivierte, in die neu organisierte Bundeswehr einzutreten. Bereits als Jugendlicher hatte er angefangen, die russische orthodoxe Gemeinde in Frankfurt zu besuchen –  um sein in der DDR gelerntes Russisch nicht zu vergessen. Mit Eintritt in die Bundeswehr wurde die Auseinandersetzung mit dem russischen "Feind" auch zu einer Beschäftigung mit der russischen Sprache, Kultur und dem Wertvollsten, was dieses Volk besaß und noch besitzt: dem orthodoxen Glauben. Dieser wurde für ihn schließlich zum Mittelpunkt seines Lebens. Als Deutscher dient er der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland seit 46 Jahren als Bischof und fühlt sich sowohl dem Seelenheil der Russen, Weißrussen und Ukrainer verpflichtet, als auch seinem eigenen Volk. Seine christozentrische Botschaft gilt allen, die sie hören wollen. Kein orthodoxer Bischof hat mehr für die deutschsprachige Orthodoxie und für die Orthodoxie in Deutschland getan als er. Er ist zwar nicht der erste deutschstämmige orthodoxe Bischof – Metropolit Seraphim Lade, der zwischen 1938 und 1950 die deutsche Diözese leitete, machte hier den Anfang; aber durch die konsequente Durchsetzung der Zweisprachigkeit, die unendlichen Mühen um die Herausgabe des Boten, der liturgischen Bücher, durch die Erneuerung und Entfaltung des Mönchtums gebührt ihm die Ehre, die Orthodoxie in Deutschland zur heimischen Pflanze gemacht zu haben. Durch ihn ist die Orthodoxie in Deutschland endgültig angekommen.

Resilienz

Der europäische Kontinent hat in den letzten hundert Jahren große Umbrüche und Herausforderungen erlebt. Die Diözese hat drei deutsche Staatswesen überstanden, den Zweiten Weltkrieg, mindestens fünf große Weltwirtschafts- und Staatskrisen, politische Repressalien Nazideutschlands, Verleumdungskampagnen durch Sowjetrussland und auch neuerdings die Infragestellung ihrer Existenz durch vereinzelte Politiker in der Bundesrepublik seit dem Ukraine-Krieg.

Auch diese Resilienz spricht meiner Meinung nach für eine kontinuierliche Vision, einen Roten Faden in der doch so durchwachsenen Geschichte der Deutschen Diözese, und zwar nicht nur kraft menschlichen Handelns, sondern auch durch die Göttliche Vorsehung. Bei aller Politik, persönlicher Ambitionen und Druck von außen blieb und bleibt das Wirken der Russischen orthodoxen Kirche in Deutschland auf ein Ziel ausgerichtet: Kirche Christi zu sein und Träger der jahrtausendealten orthodoxen Tradition.

Herausforderungen der Zukunft

Dieses Ziel bleibt auch für die Zukunft im Fokus. Kommende Generationen können auf alledem aufbauen, was in hundert Jahren Geschichte für dieses Ziel getan wurde, und sich auf die gegenwärtige rechtliche, zahlenmäßige und geistige Stärke stützen. Die Diözese ist dadurch in der Lage, ihre Tätigkeit in Deutschland auf eine neue Stufe anzuheben. Drei Momente möchte ich hier nennen, die meines Erachtens diese neue Phase ausmachen werden. Ich besitze allerdings keine prophetische Gabe und bitte das im Folgenden zu berücksichtigen.

  1. Die Russische Auslandskirche sah sich immer als Wahrerin der vorrevolutionären Traditionen und der kirchlichen Kultur des Heiligen Russlands. Wir hatten dabei die Hoffnung und den Anspruch, nach dem Ende des Sowjetregimes den Gläubigen in der Heimat diese Tradition wieder zurückgeben zu können. Das ist z.T. auch gelungen. Allerdings ist die Kirche in Russland, der Ukraine und Weißrussland wieder erstarkt und hat sich eigenständig weiterentwickelt. Sie ist einerseits dominanter und bürokratischer geworden und muss sich auch politische Vereinnahmung vorwerfen lassen; sie ist andererseits enorm gewachsen, hat eine reiche Bautätigkeit entwickelt, sie leistet unersetzliche karitative und soziale Arbeit, sie legt in vielen Bereichen, z.B. in der verlegerischen Tätigkeit, der Öffentlichkeitsarbeit, der kirchlichen Kunst, der Religionspädagogik, Kanonistik und Theologie einen Professionalismus und eine Schöpfungskraft an den Tag, wie ihn nur eine so große und ressourcenreiche Landeskriche wie die Russische – die mit Abstand größte orthodoxe Landeskirche – haben kann; und nicht zuletzt können wir das aufrichtige Streben nach und die authentischen Zeugnisse von Heiligkeit im russischen, weißrussischen und im ukrainischen Volk nur mit Ehrfurcht anerkennen – kurzum, die Russische Kirche ist wieder ein mächtiger kirchlicher Organismus geworden, mit allen Vor- und Nachteilen. Für uns als Auslandskirche, insbesondere in Europa, sehe ich es als Herausforderung, unsere traditionsreiche und zugleich etwas gemütlichere ROKA-Identität, in der man sich untereinander kennt, in der die Orthodoxie ganz natürlich zum Leben gehört, zu bewahren und sich zugleich nicht der positiven kirchlichen Entwicklung, die aus Russland und der Ukraine kommt, zu verschließen. Dabei wird uns auch der folgende Punkt behilflich sein.
  2. Bisher verstanden sich unsere Kirchengemeinden in erster Linie als Diasporakirchen, welche den hier Lebenden orthodoxen Christen aus Osteuropa ein Zufluchtsort, ein Stück Heimat in der Fremde bieten sollten. Diese Aufgabe bleibt zwar wichtig, jedoch ist es mit jeder nächsten Generation immer deutlicher geworden, dass die Kinder und Kindeskinder der Immigranten die russische Sprache allmählich verlieren. Wenn sie mit der Sprache nicht auch den orthodoxen Glauben verlieren sollen, muss eine deutschsprachige Orthodoxie zum festen Bestandteil des kirchlichen Lebens werden. Gleichzeitig damit müssen wir auch die typische „Migrantenmentalität“ ablegen, also die Selbstwahrnehmung als Gäste in einem fremden Land, als Hüter einer ansonsten vergessenen Tradition. Gemeinsam mit den anderen orthodoxen Kirchen, die hier in Deutschland vertreten sind, dürfen und müssen wir uns jedoch auch als „Kirche vor Ort“, als Ortskirche verstehen. Das ist eine Zielsetzung, kein Anspruch.
  3. Mit der inneren Reife und dem äußeren Status einer hundertjährigen deutschen Institution, mit ihrer zahlenmäßigen Größe wächst auch die Verantwortung der deutschen Diözese der ROKA als gesellschaftliche, panorthodoxe und ökumenische Stimme, als soziales und karitatives Schwergewicht und als sichtbare Glaubensoption für alle Menschen in Deutschland. Diese neue Situation erfordert viel Anstrengung, Mut und Wachsamkeit von allen kirchlichen Akteuren, aber auch Gottes Führung und Fürsorge durch Seinen Sohn im Heiligen Geist. Amen.
    Ich bedanke ich mich für ihre Aufmerksamkeit!


Bischof Hiob von Stuttgart während seines Vortrags auf der Konferenz in Blutenburg. Foto: Mikolaj Dadela, ROKA

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