Heilung als Antwort auf Gottes Frage: „Willst du gesund werden?“
Erzpriester Matthias Zierenberg predigte im Limburg-Dietkirchen.
In seiner Predigt zum Sonntag des Gelähmten, dem 3. Mai 2026, in der deutschsprachigen serbisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Lubentius in Limburg-Dietkirchen sprach Erzpriester Matthias Zierenberg über die Heilung des Gelähmten am Teich Bethesda als Bild für die umfassende Erlösung des Menschen durch Christus und die notwendige Antwort des freien Willens auf Gottes Gnade. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.
Ausgehend von der Evangelienstelle über die Heilung des Gelähmten am Teich Bethesda (Johannes 5,1–15) stellte Erzpriester Matthias Zierenberg heraus, dass Gott das Elend der Menschen sieht und sie von Krankheit, Sünde und Tod erlösen will. Der Teich sei dabei ein Zeichen der Hoffnung und ein Vorausbild der Taufe: Während dort nur ein Mensch Heilung erfahre, eröffne Christus die Rettung für alle. Entscheidend sei jedoch die persönliche Begegnung mit Jesus, der den Gelähmten anspricht und ihn mit der Frage konfrontiert: „Willst du gesund werden?“
Diese Frage deute über die körperliche Heilung hinaus, so der Prediger. Sie betreffe die Verantwortung des Menschen für das eigene Leben und die Bereitschaft zur Umkehr. Gott zwinge niemanden zur Heilung, sondern verlange die freie Zustimmung. Krankheit werde dabei als Folge der Sünde verstanden, weshalb Christus den ganzen Menschen heilen wolle – zuerst innerlich, dann äußerlich. Reue, Glaube und Liebe seien notwendige Antworten des Menschen auf das göttliche Angebot.
Der Geistliche betonte weiter, dass die Begegnung mit Christus nicht im äußeren Wunder stehen bleibe. Der geheilte Mann erkenne Jesus zunächst nicht, vertraue ihm aber dennoch. Erst später im Tempel komme es zur tieferen Erkenntnis, verbunden mit der Mahnung, nicht mehr zu sündigen. Damit werde deutlich, dass Heilung auch eine bleibende Bindung an Gott voraussetze.
Kritisch setzte sich Erzpriester Matthias Zierenberg mit menschlichen Ordnungen auseinander, die Gottes Wirken begrenzen wollten – etwa in der Kritik an der Sabbatverletzung. Solche Regeln dürften nicht über die heilende Kraft Gottes gestellt werden. Abschließend rief er dazu auf, die eigene „geistliche Lähmung“ zu erkennen und auf die Frage Christi zu antworten. Wer dies tue, werde Christus begegnen – in der Kirche, in den Sakramenten und im eigenen Leben.
Die UOJ berichtete zuvor, dass nach einem Angriff auf eine Nonne in Jerusalem ein Verdächtiger festgenommen wurde.
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