Frauen als Rückgrat der Kirche: hingebungsvolles Handeln als Vorbild

Die Predigt von Erzpriester Mihail Rahr betonte die zentrale Rolle der Frauen im Leben der Kirche und rief zu einem glaubwürdigen christlichen Zeugnis im Alltag auf.

Am Sonntag, dem 26. April 2026, predigte Erzpriester Mihail Rahr in der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Isidor zu Berlin über die Rolle der myrrhentragenden Frauen als Vorbilder des Glaubens, die Bedeutung gelebter christlicher Erfahrung und das Ideal kirchlicher Gemeinschaft. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.

Im Zentrum der Predigt standen die myrrhentragenden Frauen, die laut Erzpriester Mihail Rahr im Evangelium eine oft übersehene, jedoch unverzichtbare Rolle einnehmen. Sie hätten im Verborgenen gedient und damit wesentlich zum Wirken Christi beigetragen. Dieses stille, hingebungsvolle Handeln sei bis heute Vorbild für das Leben in der Kirche, in der Frauen das „Rückgrat“ sowohl der Gemeinden als auch der Familien bildeten.

Zugleich zeichnete der Geistliche das Spannungsfeld zwischen dem Ideal der frühen Kirche und der Realität des Alltags nach. Während die Urgemeinde zunächst durch Einmütigkeit geprägt gewesen sei, hätten sich bald Konflikte – etwa um die Versorgung von Witwen – entwickelt. Dennoch bleibe das Ideal der Einheit und selbstlosen Hingabe, wie es die Myrrhenträgerinnen verkörperten, weiterhin maßgeblich.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der persönlichen Glaubenserfahrung. Anhand biblischer Beispiele wie dem Apostel Thomas, Maria Magdalena und den Emmausjüngern betonte Rahr, dass die Begegnung mit dem auferstandenen Christus das Leben der Menschen grundlegend verwandle. Diese Erfahrung sei auch heute durch ein eucharistisches Leben in der Kirche möglich und mache Gläubige selbst zu Zeugen der Auferstehung.

Abschließend rief der Erzpriester dazu auf, den Glauben nicht nur rational zu erfassen, sondern durch das eigene Leben sichtbar zu machen. Christliches Zeugnis geschehe vor allem durch Tugenden wie Geduld, Güte und Liebe im Alltag. Mit Blick auf die eigene Gemeinde äußerte er zudem den Wunsch nach stärkerer Beteiligung junger Frauen, um das kirchliche Leben auch künftig zu tragen und weiterzuentwickeln.



Die UOJ berichtete zuvor, dass nach einem Angriff auf eine Nonne in Jerusalem ein Verdächtiger festgenommen wurde.

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