„Die Auferstehung macht unser ganzes Leben anders oder wir haben sie nicht verstanden“

Das leere Grab Christi wird in der Predigt von Erzpriester Matthias Zierenberg als Ort der Hoffnung und als Ausgangspunkt der Auferstehungsbotschaft gedeutet.

In seiner Predigt zum Sonntag der Myronträgerinnen, dem 26. April 2026, in der deutschsprachigen serbisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Lubentius in Limburg-Dietkirchen sprach Erzpriester Matthias Zierenberg über die alles verändernde Wirklichkeit der Auferstehung Christi, die den gewohnten Umgang des Menschen mit Vergänglichkeit, Leid und Tod grundlegend infrage stellt. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.

Ausgehend vom Evangelium nach Markus (15,4316,8) beschrieb Erzpriester Matthias Zierenberg die menschliche Existenz als von Sünde, Krankheit und Sterblichkeit geprägt, an die sich der Mensch gewöhnt habe. Die Auferstehung Christi durchbreche jedoch diese vermeintliche Normalität radikal: „Die Auferstehung von den Toten macht alles anders“, betonte der Prediger. Ohne dieses Verständnis bleibe der christliche Glaube unvollständig.

Der Geistliche stellte heraus, dass Kreuzestod und Grablegung Jesu reale Ereignisse gewesen seien, die notwendig zum Heilsplan gehörten. Während die Welt in Jesus lediglich einen Verurteilten sehe, steige Christus in Wahrheit in das Reich des Todes hinab, um es zu überwinden. Gerade die tatsächliche Erfahrung des Todes mache die Auferstehung glaubwürdig und eröffne den Gläubigen die Hoffnung auf ihre eigene künftige Auferstehung.

Im Spannungsfeld zwischen irdischer Vergänglichkeit und göttlicher Verheißung verortete der Erzpriester auch das Leben der Christen. Diese lebten zugleich in der Realität von Leid und Tod und in der Hoffnung auf die endgültige Überwindung des Todes. Die Myronträgerinnen seien dafür ein Beispiel: Trotz ihrer Erwartung, einen Leichnam zu finden, hätten sie im Glauben an ein größeres Handeln Gottes ausgeharrt.

Die Botschaft des Engels am leeren Grab deutete Erzpriester Matthias Zierenberg als Wendepunkt: Die Furcht weiche der Gewissheit, dass der Tod besiegt sei. Das Grab Christi werde so zum Ort der Verwandlung – vom Symbol des Schreckens hin zum Zeichen der Hoffnung und des neuen Lebens. Die Kirche selbst erscheine in diesem Licht als Raum, in dem der Mensch die Vergänglichkeit hinter sich lasse und Anteil an der Auferstehung gewinne.

Die Gottesdienste der Gemeinde finden in der Regel sonntags um 10 Uhr in der Dreifaltigkeitskapelle an der Lubentiuskirche in Limburg-Dietkirchen statt. Die Zeiten werden auf der Webseite der Gemeinde und in ihrem WhatsApp-Kanal veröffentlicht.



Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzbischof Tichon von Rusa des verunglückten Priesters Igor Gurchenkov in Göttingen gedachte.

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