Festnahmen bei Osterfeiern in Turkmenistan lösten Besorgnis aus
Die russisch-orthodoxe Kirche der Geburt der Heiligen Jungfrau in Balkanabat ist die einzige offiziell registrierte und funktionierende christliche Kirche in der Stadt.
In Turkmenistan sind nach Angaben von Augenzeugen mehrere Dutzend Menschen im Umfeld von Osterfeiern festgenommen worden. Sicherheitskräfte sollen gezielt gegen mutmaßliche Konvertiten zum Christentum vorgegangen sein, berichtete Radio Free Europe am 16. April 2026.
In der westturkmenischen Stadt Balkanabat haben Sicherheitskräfte am 5. und 12. April, den Osterterminen verschiedener christlicher Konfessionen, rund 50 Personen festgenommen. Die Betroffenen wollten die Gottesdienste in der einzigen registrierten christlichen Kirche der Stadt besuchen, einer russisch-orthodoxen Gemeinde, wurden jedoch bereits im Umfeld des Gotteshauses abgefangen.
Augenzeugen zufolge waren Polizei und Mitarbeiter des Ministeriums für Nationale Sicherheit sowohl in Uniform als auch in Zivil im Einsatz. Die Festnahmen wirkten vorbereitet, da die Identitäten vieler Betroffener offenbar bereits bekannt gewesen seien. Vor allem Personen, die vom Islam zum Christentum übergetreten sein sollen, wurden gezielt herausgegriffen und zur Vernehmung gebracht.
Nach Angaben aus Polizeikreisen wurden die Festgenommenen intensiv zu ihren religiösen Überzeugungen befragt. Dabei sollen auch Mobiltelefone kontrolliert und religiöse Materialien beschlagnahmt worden sein. Berichte sprechen zudem von Druck, Drohungen und körperlicher Gewalt, um die Betroffenen zur Rückkehr zum Islam zu bewegen. Auch lokale Imame seien in Gespräche einbezogen worden.
Die Kirche selbst blieb von Übergriffen verschont, und die Osterliturgie konnte stattfinden. Internationale Beobachter sehen in den Vorfällen jedoch ein weiteres Beispiel für die strikte Kontrolle religiöser Aktivitäten im Land. Turkmenistan gilt seit Jahren als einer der Staaten mit den stärksten Einschränkungen der Religionsfreiheit weltweit.
Die UOJ berichtete zuvor, dass im Verlag Johannes A. Wolf eine neue Ausgabe der Schriftenreihe „Der Schmale Pfad“ erschienen ist.
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