Patriarch Porfirije weihte Klostergebäude und rief zur Sehnsucht nach Gott auf

Patriarch Porfirije mit Äbtissin Justina (r.) bei der Weihe der Kapelle im Kloster Mislođin.

Der serbisch-orthodoxe Patriarch Porfirije hat am 17. April 2026 im Kloster Mislođin eine Kapelle sowie ein neues Klosterwohnheim geweiht. Die Feier am Fest der „Lebensspendenden Quelle“ wurde von zahlreichen Gläubigen und Geistlichen begleitet und stand im Zeichen einer eindringlichen theologischen Botschaft, wie das Patriarchat auf seiner Webseite berichtete.

Im Zentrum der Predigt stand die Liebe Gottes als Ursprung und Ziel menschlichen Lebens. Diese Liebe sei „grenzenlos und unbegreiflich“, betonte der Patriarch, doch verlange sie zugleich eine Antwort des Menschen: die bewusste Hinwendung zu Gott. Gerade in einer Zeit, die von Unsicherheit, Krisen und innerer Zerrissenheit geprägt sei, werde deutlich, dass äußere Fortschritte allein keine endgültigen Antworten geben könnten. Wissenschaft, Politik und gesellschaftlicher Fortschritt vermöchten zwar vieles zu leisten, doch die tiefste Sehnsucht des Menschen – die Überwindung von Tod, Angst und Sinnverlust – bleibe unbeantwortet.

Patriarch Porfirije griff damit ein klassisches Motiv der orthodoxen Theologie auf: Der eigentliche Kampf des Menschen richte sich nicht gegen äußere Feinde, sondern gegen die „dunkle Dreifaltigkeit“ aus Sünde, Tod und Entfremdung von Gott. Zugleich liege die Freiheit des Menschen darin, sich entweder von Egoismus und Selbstbezogenheit bestimmen zu lassen – oder Christus bewusst in die Mitte des eigenen Lebens zu stellen. In dieser Entscheidung werde der Mensch sich selbst entweder zum Gegner oder zum Verbündeten.

Besondere Bedeutung maß der Patriarch der Gottesmutter zu, die durch ihr „Ja“ zum göttlichen Willen als Voraussetzung des Heils erscheine. Sie verkörpere jene Haltung, zu der auch die Gläubigen heute gerufen seien: Vertrauen, Hingabe und die Bereitschaft, Gottes Wirken im eigenen Leben anzunehmen. Klöster bezeichnete Patriarch Porfirije in diesem Zusammenhang als „Orte geistlicher Gesundheit“, an denen sichtbar werde, ob ein Volk seine Beziehung zu Gott lebendig halte.

An der Feier nahmen neben der Äbtissin Justina und der Schwesternschaft mehr als 200 Gläubige sowie zahlreiche Geistliche teil. Die Entwicklung des Klosters ist eng mit ihrer Leitung verbunden: Die Erneuerung begann 2010 mit dem Segen des verstorbenen Metropoliten Amfilohije Radović; die Klosterkirche wurde 2015 durch Patriarch Irinej geweiht. Die aktuellen Bauprojekte unterstreichen die wachsende Bedeutung des Klosters als geistliches Zentrum.

Die UOJ berichtete zuvor, dass das griechisch-orthodoxes Kloster in St. Andrä an seinen Neubauplänen festhält.

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