Orthodoxes Kloster in St. Andrä hält an Neubauplänen fest

Eine Animation des geplanten Klosters am Ortsrand von St. Andrä am Zicksee. Foto: Architekt Themistoklis Ioannou

Die Mönche des griechisch-orthodoxen Klosters in St. Andrä am Zicksee im Burgenland halten trotz finanzieller Hürden an den Plänen für einen Neubau fest. Das erklärte Klosterverwalter Vater Raphael (Vouvidis) in einem Interview mit dem Magazin der Pro Oriente am 14. April 2026. Für die Realisierung sei man weiterhin auf größere Spenden angewiesen.

Bei dem Projekt handelt es sich um das Kloster „Maria Schutz“, ein griechisch-orthodoxes Kloster der Metropolis von Austria und zugleich das erste seiner Art in Österreich. Die Initiative geht auf das Jahr 2014 zurück, als die römisch-katholische Diözese Eisenstadt ein Grundstück zur Verfügung stellte. Die Grundsteinlegung erfolgte 2020, doch verzögerte sich der Bau mehrfach, letztlich durch die Corona-Zeit, gestiegene Baukosten und einen Wechsel in der Kloster-Leitung.

Das ambitionierte Vorhaben war im Ort nicht unumstritten: In der Anfangsphase gab es Vorbehalte in Teilen der Bevölkerung, die schließlich 2017 in einer Volksabstimmung mündeten. Diese fiel jedoch mehrheitlich zugunsten des Klosterbaus aus.

Unabhängig vom geplanten Neubau am Ortsrand existiert das Kloster bereits: Die Mönchsgemeinschaft lebt derzeit in umgebauten Wohnhäusern in der Bahngasse in St. Andrä, wo Kapelle, Gästehaus und Zellen eingerichtet wurden. Dort finden auch die Gottesdienste statt, während parallel Renovierungsarbeiten laufen.

Im Interview beschreibt Vater Raphael den streng geregelten klösterlichen Alltag zwischen Gebet, Liturgie und praktischen Diensten. Hoffnung schöpfen die Mönche neben ihrem Glauben auch aus dem wachsenden Interesse junger Menschen an der orthodoxen Spiritualität.

Mit Blick auf gegenwärtige Krisen betont der Mönch die spirituelle Perspektive der Gemeinschaft: Die Hoffnung gründe sich auf Christus sowie auf eine wachsende Zahl junger Menschen, die sich auf die Suche nach Glauben und Orientierung begeben. Besonders eine deutschsprachige orthodoxe Gemeinde in Österreich wird dabei als Zeichen neuer geistlicher Dynamik hervorgehoben.

Die UOJ berichtete zuvor, dass ein neues Buch zur christlichen Ehevorbereitung im Verlag Hagia Sophia erscheint.

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