Karfreitag in Berlin: Erzbischof Tichon stellte Erlösungsbotschaft ins Zentrum

Das Grabtuch mit der Darstellung der Grablegung Christi wird in der Berliner Auferstehungskathedrale zur Verehrung in die Mitte der Kirche getragen. Foto: Diözese

Am Karfreitag, dem 10. April 2026, hat Erzbischof Tichon von Rusa, Administrator der Diözese von Berlin und Deutschland der Russischen Orthodoxen Kirche, in der Auferstehungskathedrale in Berlin die Große Vesper mit der feierlichen Abnahme des Grabtuchs zelebriert. Im Zentrum standen die Verehrung des Epitaphios – des Tuches mit der Darstellung der Grablegung Christi – sowie eine Predigt über die Bedeutung des Leidens und Todes Jesu für die Erlösung der Menschen. Die Diözese veröffentlichte die Predigt auf ihrer Webseite.

Während der Vesper wurde das Grabtuch unter dem Gesang liturgischer Hymnen aus dem Altarraum in die Mitte der Kirche getragen und den Gläubigen zur Verehrung dargeboten. In seiner Ansprache deutete Erzbischof Tichon das Bild des leidenden Christus als Ausdruck göttlicher Liebe und Opferbereitschaft. Der Tod Christi sei „der Preis unserer Erlösung“, so der Erzbischof unter Bezug auf die Prophetenworte aus Jesaja. Die Gläubigen rief er dazu auf, nicht nur Zuschauer des Geschehens zu bleiben, sondern im Mitgefühl und in der Umkehr innerlich Anteil zu nehmen.

Zugleich hob der geistliche hervor, dass sich die Liebe zum Erlöser im konkreten Leben zeige – in der Befolgung der Gebote Christi, insbesondere in Glaube, Selbstverleugnung und Nächstenliebe. Mehrfach zitierte er Worte aus dem Evangelium, die Trost und Orientierung geben sollen. Das Grabtuch werde so zum sichtbaren Zeichen der Verbindung von Leid, Opfer und Hoffnung auf Erlösung.

Trotz der Trauer des Karfreitags verwies der Erzbischof auch auf die kommende Auferstehung. Schon im Angesicht des Grabes scheine das Licht des Sieges Christi auf, „den kein Grab halten kann“. Die Feier verband damit Klage über den Tod mit der Hoffnung auf das Leben.

Am Abend folgte die Matutin des Karsamstags mit dem Begräbnisritus. Nach Gesängen und Gebeten wurde das Grabtuch in einer Prozession um die Auferstehungskathedrale getragen – ein eindrückliches Zeichen der liturgischen Vergegenwärtigung von Tod und Grablegung Christi.

Die UOJ berichtete zuvor, dass der serbische Patriarch Porfirije in seiner Osterbotschaft globale Krisen im Licht biblischer Warnungen deutete.

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