„Verlobt, Jungfrau und schwanger – der Heilsplan Gottes ist kompliziert“
Erzpriester Matthias Zierenberg zelebrierte zum Hochfest der Verkündigung in Limburg.
In seiner Predigt zum Hochfest der Verkündigung am 7. April 2026 in der deutschsprachigen serbisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Lubentius in Limburg-Dietkirchen sprach Erzpriester Matthias Zierenberg über die verborgene und zugleich weise Ordnung des göttlichen Heilsplans – insbesondere über die Geheimhaltung der Menschwerdung Christi und die Rolle der Gottesmutter. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.
Ausgehend vom Evangelium der Verkündigung an Maria (Lk 1,24–38) hob Erzpriester Matthias Zierenberg hervor, dass die Menschwerdung Gottes zugleich Offenbarung und Verhüllung sei. Die Botschaft des Engels an die Jungfrau zeige einerseits klar den göttlichen Ursprung Christi, andererseits bleibe das Geschehen für die Welt zunächst verborgen. Diese Spannung sei Teil des göttlichen Heilsplans, der sich nicht unmittelbar erschließe.
Der Geistliche betonte, dass bereits die Propheten das Kommen des Messias angekündigt hätten, die eigentliche Bedeutung jedoch erst im Nachhinein erkannt werde. Es handle sich um göttliche Geheimnisse, die erklärt werden müssten, um Christus als Sohn Gottes und „Herrn der Herrlichkeit“ zu verstehen. In diesem Zusammenhang verwies Erzpriester Matthias Zierenberg auf die Worte des Apostels Paulus, wonach die „Fürsten dieser Welt“ die göttliche Weisheit nicht erkannt hätten.
Besonders die Situation der Gottesmutter deutete er im Licht des Evangeliums: Ihre Verlobung mit Josef habe dazu gedient, ihre Reinheit zu schützen und zugleich den Heilsplan vor vorschneller Erkenntnis zu bewahren. Die Jungfrauengeburt sei damit ein Zeichen, das verborgen und doch wirksam sei. Auch im späteren Wirken Christi zeige sich dieses Prinzip, etwa wenn er seine Identität nicht offenbaren ließ.
Abschließend erklärte er, dass das im Evangelium noch verborgene Geheimnis mit der Vollendung des Heils offen zutage getreten sei. Die Kirche verkünde heute, was einst verhüllt war: die Menschwerdung Gottes und die besondere Berufung der Gottesmutter als Teil des göttlichen Erlösungsplans.
Die Gottesdienste der Gemeinde finden in der Regel sonntags um 10 Uhr in der Dreifaltigkeitskapelle an der Lubentiuskirche in Limburg-Dietkirchen statt. Die Zeiten werden auf der Webseite der Gemeinde und in ihrem WhatsApp-Kanal veröffentlicht.
Für die restliche Karwoche lautet das liturgische Programm wie folgt:
- Freitag, 10. April, 15 Uhr, Vesper mit Kreuzabnahme, Grablegung und Beweinung
- Samstag, 11. April, 21 Uhr, Auferstehungsvigil
- Sonntag, 12. April, 10 Uhr, Göttliche Liturgie zum Osterfest
Am Thomassonntag, dem 19. April 2026, findet in Limburg kein Gottesdienst statt. Die Gemeinde nimmt um 9 Uhr am Slavafest mit bischöflicher Liturgie der serbisch-orthodoxen Gemeinde in Frankfurt am Main, Auferstehungskirche, Sondershausenstraße 51, teil.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Priester Dejan Ristić in seiner Predigt zu Palmsonntag in Rosenheim den Einzug Christi als Weg der Liebe und Hingabe deutete.
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