„Menschen leben ohne Gott – das führt zu Krisen und Kriegen“

Priester Konstantin Anikin während seiner Predigt zum Hochfest der Verkündigung in der Gemeinde des Heiligen Isidor zu Berlin.

Zum Hochfest der Verkündigung an die Allheilige Gottesgebärerin, dem 7. April 2026, predigte Priester Konstantin Anikin in der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Isidor zu Berlin über die heilsgeschichtliche Bedeutung des „Ja-Wortes“ der Jungfrau Maria sowie über ihre bleibende Rolle als Fürsprecherin und Hoffnung der Gläubigen. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.

Priester Konstantin Anikin stellte die Verkündigung als Wendepunkt der Heilsgeschichte dar. Über Jahrtausende hinweg habe die Menschheit auf das Kommen des Messias gewartet, während das Alte Testament oft von Hoffnungslosigkeit und Kreisläufen ohne Ausweg geprägt erscheine. Erst mit der Geburt der Jungfrau Maria und ihrem freien „Ja“ sei die Menschwerdung Gottes möglich geworden – ein Ereignis, das stellvertretend für die gesamte Menschheit geschehen sei.

Mit Blick auf die Gegenwart zog der Prediger eine kritische Parallele: Viele Menschen lebten heute so, „als ob Christus nicht gekommen wäre“. Die zahlreichen Krisen und Konflikte der Welt seien Ausdruck eines Lebens ohne Gott. Das Hochfest erinnere daher jährlich daran, welche Bedeutung die Entscheidung Mariens für die Erlösung der Welt habe und rufe zur Dankbarkeit gegenüber der Gottesgebärerin auf.

Zugleich betonte der Geistliche die Vorbildfunktion Mariens. Ihre Tugenden – Gebet, Schriftlesung und tätige Arbeit – seien grundlegende Wege für ein christliches Leben. Wer diese lebe, so die Überlieferung der Kirchenväter, besitze bereits alles Wesentliche. Maria sei nicht nur Gottesgebärerin, sondern auch Vorbild im Glauben und in der Hingabe an Gott.

Abschließend hob der Priester die besondere Stellung der Jungfrau Maria als Fürsprecherin hervor. Ihre einzigartige Beziehung zu Christus gebe den Gläubigen Hoffnung und Zuversicht. Gerade in Zeiten von Unsicherheit und Krisen seien die Gläubigen aufgerufen, sich vertrauensvoll an sie zu wenden. Durch ihre Fürsprache könne das Leben der Menschen von Hoffnung statt Trostlosigkeit geprägt sein.



Die UOJ berichtete zuvor über die russische Kirche in Darmstadt als Ort von Glaube und Geschichte.

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