„Sind wir innerlich bereit, Christus wirklich zu begegnen?“

Die Predigt betont die innere Wachsamkeit als entscheidendes Merkmal des geistlichen Lebens.

Zum Hochfest der Verkündigung an die Allheilige Gottesgebärerin, dem 7. April 2026, sprach Priester Matthias Fröse von der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Christophorus Mainz in der Außenstelle Meisenheim über die geistliche Wachsamkeit des Herzens und die Bereitschaft zur unmittelbaren Antwort auf Gottes Ruf. Die Predigt wurde auf dem YouTube-Kanal der Gemeinde veröffentlicht.

Ausgehend vom Gleichnis der zehn Jungfrauen (Mt 25,1–13) stellte Priester Matthias Fröse die Frage nach der inneren Bereitschaft des Menschen, Christus zu begegnen, in den Mittelpunkt. Das Gleichnis zeige keine offensichtliche Schuld, sondern einen Mangel im Verborgenen: das „Öl“ des geistlichen Lebens. Dieses bestehe nicht in äußerer Zugehörigkeit oder Aktivität, sondern im inneren Leben mit Gott – im Gebet, in Umkehr, Liebe und Wachsamkeit.

Besonders betonte der Prediger, dass die törichten Jungfrauen nicht als böse dargestellt würden, sondern als unvorbereitet. Ihr Mangel sei schleichend entstanden: durch Aufschub, Nachlässigkeit und fehlende innere Sammlung. In einer von Aktivität und Zerstreuung geprägten Zeit bestehe die Gefahr, das Wesentliche zu verlieren, ohne es sofort zu bemerken.

Demgegenüber stellte der Geistliche die Verkündigung an die Gottesgebärerin (Lk 1,24–38) als Gegenbild vor. Während im Gleichnis von Verzögerung und innerer Leere die Rede sei, antworte Maria unmittelbar und vorbehaltlos auf Gottes Ruf. Ihr „Ja" mit den Worten „...es geschehe mir nach deinem Wort!" sei ohne Absicherung und werde so zum Urbild einer wachen und bereiten Seele.

Abschließend rief der Priester dazu auf, das geistliche Leben nicht aufzuschieben, sondern im Hier und Jetzt zu beginnen. Entscheidend sei nicht vollkommenes Verstehen, sondern die konkrete Antwort des Menschen auf Gott. Die Kirche fordere keine Perfektion, sondern Wahrhaftigkeit – und die Bereitschaft, das Herz für Gott zu öffnen.



Die UOJ berichtete zuvor über die russische Kirche in Darmstadt als Ort von Glaube und Geschichte.


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