„Wenn ein Mensch keinen geistlichen Kern hat, ist er manipulierbar“
Priester Konstantin Anikin während seiner Predigt zum Palmsonntag in der Berliner Gemeinde des Heiligen Isidor.
Zum Palmsonntag, dem 5. April 2026, predigte Priester Konstantin Anikin in der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Isidor zu Berlin über die geistliche Bedeutung des Einzugs Christi in Jerusalem und die Gefahr eines wankenden Glaubens. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.
Ausgehend von der Auferweckung des Lazarus betonte Priester Konstantin Anikin, dass dieses Wunder viele Menschen zur Nachfolge Christi bewegte, während zugleich die religiösen Autoritäten trotz ihrer Schriftkenntnis Christus ablehnten. Ihr „verschlossenes Herz“ habe sie sogar dazu gebracht, die Beseitigung sowohl Christi als auch des lebendigen Zeugnisses Lazarus zu planen.
Der Einzug Jesu in Jerusalem erscheine zunächst als Triumph: Die Menge begrüßt ihn mit Jubelrufen und erfüllt damit die Prophezeiung. Doch nur kurze Zeit später schlage die Stimmung um – aus „Hosanna“ werde „Kreuzige ihn“. Der Geistliche deutete diesen Wandel als Zeichen eines fehlenden geistlichen Fundaments: Menschen ohne gefestigten Glauben seien leicht beeinflussbar und folgten Stimmungen statt der Wahrheit.
Diese Dynamik sei auch in der Gegenwart erkennbar. Ohne inneren Glaubenskern seien Menschen anfällig für Manipulation und äußere Einflüsse. Der Priester warnte, dass selbst Getaufte in Zeiten geistlicher Prüfung vom Glauben abfallen könnten, wenn sie nicht fest in der kirchlichen Praxis verwurzelt seien.
Als Gegenmittel hob er die Teilnahme am kirchlichen Leben hervor: Gottesdienste, das Evangelium und insbesondere die heilige Kommunion stärkten den Menschen und ermöglichten die echte Nachfolge Christi. Nur durch die lebendige Verbindung zur Kirche könne der Mensch standhaft bleiben und nicht – wie die Menge in Jerusalem – zwischen Begeisterung und Ablehnung schwanken.
Die UOJ berichtete zuvor, dass orthodoxe Christen sich am Münchner Marsch fürs Leben am 18. April 2026 beteiligen werden und ein liturgisches Programm anbieten.
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