Karmontag mahnte zu Umkehr, Wachsamkeit und geistlicher Fruchtbarkeit
Gottesdienst am Großen Montag in der Berliner Auferstehungskathedrale im Zeichen von Umkehr und geistlicher Wachsamkeit.
Am Montag der Karwoche (6. April 2026) leitete Erzbischof Tichon von Rusa, Administrator der Diözese von Berlin und Deutschland der Russischen Orthodoxen Kirche, in der Berliner Auferstehungskathedrale mehrere zentrale Gottesdienste, darunter die Fastenstunden, den Bildergottesdienst sowie die Liturgie der Vorgeweihten Gaben. Bereits am Vorabend hatte er die Große Vesper und die Matutin gefeiert, wie die Diözese auf ihrer Webseite berichtete.
Im Mittelpunkt des Tages steht nach der Auslegung von Erzbischof Tichon die geistliche Vorbereitung auf das Leiden Christi. Die Kirche ruft die Gläubigen dazu auf, Christus nachzufolgen, sich innerlich mit seinem Kreuz zu verbinden und ein Leben in geistlicher Erneuerung zu führen.
In der theologischen Deutung des Großen Montags verweist die Kirche auf alttestamentliche und neutestamentliche Bilder. So gilt die Gestalt des keuschen Josef als Vorausbild für das unschuldige Leiden Christi: verraten, gedemütigt und schließlich von Gott erhöht. Ebenso erinnert das Evangelium an das Verdorren des unfruchtbaren Feigenbaums, das als Mahnung verstanden wird: Ein Leben ohne Glauben, Gebet und Buße bleibt geistlich leer.
Zugleich wird der Feigenbaum als Symbol für jede Seele gedeutet, die keine Frucht der Umkehr bringt. Ergänzt wird diese Botschaft durch das Gleichnis von den ungerechten Winzern, das als ernste Warnung an Christen verstanden wird, die durch ihre Taten die Gebote missachten. Schließlich lenken die Evangelienlesungen den Blick auf das Ende der Zeiten und rufen zu Wachsamkeit, Geduld und Vertrauen auf die Verheißungen Christi auf.
Die UOJ berichtete zuvor, dass orthodoxe Christen sich am Münchner Marsch fürs Leben am 18. April 2026 beteiligen werden und ein liturgisches Programm anbieten.
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