Priester Matthias Fröse: „Folgen wir Christus oder folgen wir einer Stimmung?“

Priester Matthias Fröse predigte zum tieferen Verständnis des Palmsonntags.

Am Palmsonntag, dem 5. April 2026, sprach Priester Matthias Fröse von der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Christophorus Mainz in der Außenstelle Meisenheim über die Spannung zwischen äußerem Jubel und innerem Unverständnis beim Einzug Christi in Jerusalem sowie über die Frage, ob Gläubige Christus wirklich erkennen oder nur eigenen Erwartungen folgen. Die Predigt wurde auf dem YouTube-Kanal der Gemeinde veröffentlicht.

Im Mittelpunkt der Ansprache stand der scheinbare Triumph des Palmsonntags, der sich rasch als Wendepunkt zum Leiden Christi erweist. Priester Matthias Fröse betonte, dass der Einzug Jesu kein politischer Siegeszug sei, sondern bewusst in Demut geschehe: Christus komme nicht als machtvoller Herrscher, sondern als König des Friedens, der den Weg zum Kreuz gehe.

Anhand der Evangeliumsszene der Salbung in Betanien stellte der Priester zwei gegensätzliche Haltungen gegenüber: die hingebungsvolle Liebe Marias und das berechnende Denken des Judas. Diese Spannung finde sich auch im heutigen Glaubensleben wieder – zwischen Vertrauen und Kontrolle, Hingabe und Kalkül.

Mit Blick auf die Gegenwart warnte der Geistliche vor Oberflächlichkeit und Ablenkung durch moderne Medien. Wie die Menschen damals liefen auch heutige Gläubige Gefahr, Christus nur aus momentaner Begeisterung zu folgen. Entscheidend sei jedoch die innere Bereitschaft, ihm auch im Leiden treu zu bleiben.

Abschließend rief der Priester dazu auf, Christus bewusst Raum im eigenen Herzen zu geben. Palmsonntag sei kein vergangenes Ereignis, sondern geschehe im Leben jedes Menschen neu – als Einladung, den demütigen König aufzunehmen und ihm dauerhaft zu folgen.



Die UOJ berichtete zuvor über die russische Kirche in Darmstadt als Ort von Glaube und Geschichte.

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